Komfort gegen Datenschutz 13.04.2018, 08:04 Uhr

Google, Qwandt und Co.: Was Suchmaschinen unterscheidet

Googeln ist längst ein Synonym für die Suche im Internet - und das Wort steht sogar im Duden. Dabei gibt es viele Alternativen zu Google, die insbesondere in Sachen Datenschutz punkten können.
Googlen kommt von Google. Aber man findet noch viel mehr gute Suchmaschinen, wenn man mit der Suche beginnt.
(Quelle: Robert Günther)
Google kennt jeder. Doch nicht jeder Internet-Nutzer will die Suchmaschine benutzen. Muss er auch nicht. Es gibt Alternativen.
Betreiber von Internetsuchmaschinen wollen oft vor allem eines: Geld verdienen. Und das machen sie auf zwei Arten, erklärt Alexander von Gernler, Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik: "Als erstes gibt es das traditionelle Modell 'Klicks gegen Geld', bei dem Unternehmen den Suchmaschinenbetreiber dafür bezahlen, dass ihre Anzeige bei den Suchergebnissen oben angezeigt wird." Die Anzeigen sind meist gut zu erkennen, denn sie sind entsprechend gekennzeichnet.
Das zweite Modell: "Manche Suchmaschinen sammeln die Daten ihrer Nutzer. Mit Hilfe dieser können sie dann detaillierte Persönlichkeitsprofile erstellen und dem jeweiligen Nutzer dann Produkte oder Dienstleistungen vorschlagen", erläutert von Gernler. Dann lässt sich mit dem genauen Wissen über den User ebenfalls viel Geld verdienen.
Neben der klassischen Websuche bieten viele Suchmaschinen-Betreiber auch spezielle Kategorien wie die Bilder-, Video- oder Nachrichtensuche an. Hinzu kommen oft weitere Dienste wie Karten, Online-Speicher oder auch Mail-Konten - so wie beim Marktführer Google, aber auch bei Microsoft und seiner Bing-Suche. Alle über die diversen Dienste generierten Daten werden mehr oder weniger zusammengeführt und mehr oder weniger ausgewertet.

Einzigartig wie ein Fingerabdruck

Am Ende können so detaillierte Profile über einzelne Nutzer erstellt werden. "Die sind so einzigartig wie ein Fingerabdruck", sagt Informatiker von Gernler. Diese Profile, die zum Beispiel Wohnort, Alter und Interessen enthalten, werden in die Bearbeitung neuer Suchanfragen einbezogen. Suchergebnisse sind so zum Beispiel bei Google nie neutral, sondern ergeben sich aus der bisherigen Internet-Nutzung.
Von Gernler warnt vor einem leichtfertigen Umgang mit den datensammelnden Diensten, die bei angemeldeten Nutzern, aber auch mit Hilfe von IP-Adressen oder Cookies Nutzerprofile speichern: "Man kann nicht vorhersagen, wofür die Daten in Zukunft verwendet werden."



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