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09.12.2019, 13:59 Uhr

Das "Shampoo ohne Schnickschnack" von Schwarzkopf

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren Experten aus der Digitalbranche exklusiv für uns aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche kommentiert Rainer Frömmel, Chief Creative Officer bei der Agentur OneTwoSocial.
(Quelle: Twitter/Der Postillon )
Von Rainer Frömmel, Chief Creative Officer bei der Agentur OneTwoSocial
Aktuell, schnell und trendscharf musst du sein und dabei die Wünsche der Community treffen. In der Theorie simpel, im Alltag schwierig. Und wehe, es klappt. So geschehen bei der Marke Schwarzkopf. Das Satiremagazin "Der Postillon" nahm sich der heutzutage undefinierbaren Anzahl von Shampoos an und unterstellte Schwarzkopf als neuestem Coup ein "Shampoo ohne Schnickschnack" zu launchen, das "einfach nur die gottverdammten Haare säubert und sonst nichts".
Quelle: Twitter/Der Postillon
Dank der treuen Fangemeinde des Postillon hagelte es Kommen­tare, Likes und Shares. Doch damit nicht genug: Die Marketing-Abteilung im Hause Schwarzkopf rea­gierte sofort: Im Handumdrehen wurden einige Flaschen "Shampoo ohne Schnickschnack" sowie ein 30-Sekünder (30.000 Aufrufe und über 700 Likes auf Twitter) produziert. Dazu ein Gewinnspiel via Social Media, bei dem es eine der limitierten Shampoo-Flaschen zu ergattern gab.

Aktuell, schnell, trendscharf

Wie zu erwarten, traf diese Aktion bei den Fans ins Schwarze. Aktuell, schnell, trendscharf - eben genau das, was die Fans wollen. Alles super, wäre das Internet nicht die Heimat der Zweifler und Nörgler. Fehlende Originalität, mangelnde Krea­tivität und und und wurden unterstellt.
Was die Produktion von "bloß" ein paar Special-Flaschen für einen Eingriff in die Fertigungskette bedeutet, wird vergessen. Meist scheitern größere Ideen bereits an der Umsetzbarkeit, an gesetzlichen Auf­lagen, an Freigabeprozessen oder am fehlenden Stellenwert von Social Media im Unternehmen.
Umso mehr Anerkennung gebührt dieser Aktion und Umsetzung.



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