Serie, Teil 2 30.07.2018, 08:12 Uhr

Internationale SEO-Präsenz: User gezielt zu Inhalten führen

Wer eine internationale Webseite betreibt, will sicherstellen, dass Google die Besucher auch zu den richtigen Inhalten schickt. Mit "hreflang"-Tags ist das möglich. Leider wird dabei in der Praxis vieles falsch gemacht.
(Quelle: Fotolia.com/Cybrain)
Von Markus Hövener, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Bloofusion
Während der erste Teil dieser Serie grundsätzliche Entscheidungen bei der Internationalisierung von Webseiten bezüglich Ordner-Lösungen oder Subdomains behandelte, geht es nun in die Tiefe. Die "hreflang"-Tags sind dabei ein wichtiger technischer Bestandteil und somit Schwerpunkt in diesem zweiten Teil.
Die Funktion eines "hreflang"-Tags lässt sich am besten anhand eines Beispiels verdeutlichen: Ein Unternehmen hat insgesamt drei Webseiten: www.domain.de für Deutschland, www.domain.at für Österreich und www.domain.ch für die Schweiz. Nun könnte man denken, dass Google die österreichischen Besucher zur .at-Domain schickt, jeder also automatisch die Inhalte zu sehen bekommt, die genau für sein Land erstellt wurden.
In der Praxis merkt man jedoch schnell: Das funktioniert so nicht immer. Denn Google erstellt Rankings auf Basis vieler verschiedener Faktoren. Ist die Verlinkung von www.domain.de deutlich besser als die von www.domain.at, kann es durchaus passieren, dass Google in Österreich die deutsche Webseite ausspielt.
Mit dem "hreflang"-Tag werden solche Fehler größtenteils vermieden, da die Tags die Möglichkeit bieten, internationale Webseiten-Inhalte für Google abzubilden.
Beispiel

Was bewirkt die richtige Platzierung der Tags?

Die "hreflang"-Tags ermöglichen es, die richtige Seite in Suchergebnissen anzeigen zu lassen. Sucht ein Nutzer aus Österreich etwas, würde er wahrscheinlich die nicht passende Seite www.domain.de/vorteile/ angezeigt bekommen - weil die deutsche Domain besser verlinkt ist als die österreichische. Im dem Moment, in dem Google das Ergebnis www.domain.de/vorteile/ ausspielen will, erkennt die Suchmaschine anhand der "hreflang"-Tags, dass es sich um die falsche Seite für den konkreten Nutzer handelt. Google spielt dann stattdessen das Ergebnis www.domain.at/vorteile/ aus.
In der Praxis sind "hreflang"-Tags vor allem für zwei Fälle interessant:
  • Es gibt mehrere Inhalte mit gleicher Sprache für unterschiedliche Länder (wie in unserem Beispiel Deutschland, Österreich und Schweiz).
  • Es gibt mehrere Inhalte für das gleiche Land in unterschiedlichen Sprachen. Suchen Nutzer in der Schweiz nach "tchibo", könnten sie auf www.tchibo.ch (deutschsprachig) oder aber auch auf www.fr.tchibo.ch (französisch) landen.
Für alle anderen Fälle greift das "hreflang"-Tag nur selten. Bietet eine Webseite nur Inhalte für Italien und für Frankreich an, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Google Suchende aus Italien oder Frankreich auf Seiten des anderen Landes schickt.



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