Internationale SEO-Präsenz: Domain-Strategie als Basis

Der Einfluss der Unternehmensstrategie

In der Praxis ist es auch für Profis nicht immer leicht zu bewerten, welche Lösung nun besser ist. Es gibt aber durchaus einige Fallstudien, die nahelegen, dass eine Ordner-Lösung besser als die Implementierung über Subdomains funktionieren kann. Mit anderen Worten: Es gibt hier kein hartes Kriterium. Wenn es aus Nicht-SEO-Gründen keinen Impuls in eine der beiden Richtungen gibt, wählen Sie einfach die Ordner-Lösung. Zu klären ist aber, ob Unternehmen womöglich doch separate Domains für alle Länder nutzen sollten. Die Frage dazu ist relativ simpel: Schaffen wir es, für jedes Land und für jede Sprache auch hinreichend viele Backlinks aufzubauen oder auf organischem Wege zu erhalten?
Bei vielen Unternehmen sieht man ein typisches Bild: In starken Märkten (im Praxisbeispiel Deutschland) verfügen die Webseiten über hinreichend viele Verlinkungen, in schwächeren Märkten sind wenige bis gar keine Links verfügbar. In den meisten Fällen fahren Unternehmen besser, wenn sie sich gegen separate Domains entscheiden. In der Praxis sieht man übrigens oft auch eine Hybrid-Lösung: Für den starken Markt nutzt man eine länderspezifische Domain wie domain.de. Alle anderen Märkte werden auf einer generischen Domain mit Subdomains oder Ordnern gebündelt, also beispielsweise über domain.com/fr/ und domain.com/dk/ oder fr.domain.com und dk.domain.com.

Richtige Ausrichtung in der der Google Search Console

Wer sich für die Subdomain- oder Ordner-Lösung entschieden hat, kann nun noch Einstellungen für die Google Search Console vornehmen. Die einzelnen Subdomains oder Ordner können nämlich über die Funktion "Internationale Ausrichtung" auf ein bestimmtes Land, nicht aber auf eine bestimmte Sprache ausgerichtet werden.
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Das Ergebnis ist ein "Ranking Boost", über den die jeweiligen Inhalte im gewählten Land bessere Rankings erzielen. Einen kleinen Nachteil hat diese spannende Möglichkeit jedoch: Sie funktioniert nur für ein konkretes Land. Wenn ein Unternehmen den Ordner „fr“ auf Frankreich ausrichtet, wird dieses für Frankreich auch eine Ranking-Verbesserung feststellen. Für französischsprachige Nutzer in der Schweiz, in Belgien oder Kanada gibt es aber leider keine Steigerung. Man muss sich hier also jeweils für das "wichtigste" Land entscheiden.
An dieser Stelle wird auch klar, warum die Nutzung von Subdomains oder Ordnern nur mit einer generischen Domain, also einem exklusiven, sich selbst erklärenden Domain-Namen, empfohlen wird. Denn nur dort funktioniert die Ausrichtung auf ein Land. Dabei sind länderspezifische Domains immer fix mit einem Land verknüpft. Eine .de-Domain ist also immer auf Deutschland ausgerichtet. Das selbe Prinzip gilt auch für Subdomains oder Ordner: Es lässt sich also bei der SEO ein Verweis auf die Inhalte einer Sprache nicht für mehrere Länder herstellen.

Propertys mit Ordnern und Subdomains verknüpfen

Damit die Google Search Console genutzt werden kann, müssen vorher für die einzelnen Ordner oder Subdomains sogenannte Propertys angelegt werden. Wer ­also für 20 Länder jeweils Ordner wie "fr", "dk" oder "ru" erstellt hat, muss für jeden dieser Ordner auch eine eigene Property anlegen. Danach wechselt man in die einzelnen Propertys und richtet sie jeweils auf das passende Land aus.
Das ist natürlich Fleißarbeit, allerdings auch notwendig. Zudem können die Mitarbeiter in einem Unternehmen davon profitieren. Denn durch die Nutzerverwaltung der Google Search Console lassen sich User für Ordner oder Subdomains bestimmen und "einladen". So kann der französische Mitarbeiter gezielt Zugriff auf den Ordner "fr" bekommen, ohne zugleich Einblicke in die jeweils anderen Sprach- oder Länderversionen zu erhalten.
Wer sich bis hierhin durchgeschlagen hat, sollte die wichtigsten Entscheidungen in Bezug auf die Internationalisierung getroffen haben. Im zweiten Teil dieser Serie geht es um die wichtigsten technischen Maßnahmen. Eine besondere Rolle spielt dabei das sogenannte "hreflang-Tag", über das internationale Besucher gezielt zu richtigen Inhalten geschickt werden.



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