Internet-Recht 10.01.2019, 08:11 Uhr

Bildrecht im Internet: Das müssen Unternehmen wissen

In der Rubrik "Die wichtigsten Urteile für Shop-Betreiber" fassen die Rechtsanwältinnen Dr. Julia Blind und Rebekka Stumpfrock Urteile aus dem Digitalbereich zusammen. Der aktuelle Beitrag ist ein Special zum Thema Bildrecht im Internet.
(Quelle: shutterstock.com/Africa Studio)
Von Julia Blind und Rebekka Stumpfrock
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Das gilt im digitalen Zeitalter mehr denn je. Wer sich, sein Unternehmen oder seine Produkte auf der eigenen Webseite, in einem Blog oder auf Social Media präsentieren will, muss mit Fotos arbeiten. Ansprechende Bilder erregen die Aufmerksamkeit der Webseitenbesucher, Fotos von Mitarbeitern geben dem Internetauftritt eine persönliche Note und Produktfotos können sogar dazu dienen, den gesetzlichen Informationspflichten nachzukommen. Allerdings ist auch bei der Verwendung von Fotos sorgfältiges Handeln geboten, denn leicht können Urheber-, Nutzungs- oder Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt werden.

Urheber- und Nutzungsrechte

Bilder (Fotos und Grafiken etc.) können urheberrechtlich geschützt sein, sodass es bei der Verwendung fremder Bilder auf der eigenen Webseite, im Online Shop oder über Social Media notwendig sein kann, die Zustimmung des Urhebers respektive des Rechteinhabers einzuholen. Bei Fotos geht der urheberrechtliche Schutz sehr weit. Neben Lichtbildwerken (§ 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG) entsteht auch an einfachen Lichtbildern (§ 72 UrhG) ein Urheberrecht.
Für die Praxis bedeutet dies, dass für jegliche Verwendung fremder Fotos, seien es künstlerische Fotografien, einfache Produktfotos oder lediglich "Knipsbilder" und "Schnappschüsse", die Zustimmung des Fotografen oder der von Ihnen beauftragten Bildagentur notwendig ist, um keine Urheberrechtsverletzung zu begehen.

Verwertungsrechte

Die Verwertungsrechte an einem Foto gem. §§ 15ff. UrhG, etwa Verbreitung, Vervielfältigung oder öffentliche Zugänglichmachung im Internet, stehen grundsätzlich dem Urheber, also dem Fotografen zu. Er kann sie aber an Dritte übertragen. Die Übertragung von Nutzungsrechten ist grundsätzlich formfrei, also auch mündlich, möglich.
Um später die eigenen Nutzungsrechte nachweisen zu können, sollte die Übertragung der Nutzungsrechte schriftlich erfolgen. Wenn Sie sich die eigene Webseite etwa von einer Werbeagentur einrichten lassen, dürfen sich nicht auf die bloße Mitteilung der Werbeagentur verlassen, dass Ihnen die entsprechenden Rechte eingeräumt wurden. Vielmehr müssen Sie dies selbst anhand von prüfbaren Unterlagen zurückverfolgen (OLG München, Beschluss vom 15.01.2015, Az. 29 W 2554/14).

Rechtsverletzung trotz eigener Urheberschaft

Die Verletzung von Nutzungsrechten kann aber nicht nur bei der Verwendung von fremden Fotos drohen, sondern auch bei der Verwendung eigener Fotos, wenn man an diesen Bildern vorher einem anderen die ausschließlichen Nutzungsrechte eingeräumt hat.
Dies kann etwa für Fotos gelten, die jemand im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses angefertigt hat. Wer zum Beispiel als angestellter Fotograf Fotos erstellt hat, hat regelmäßig dem Arbeitgeber die ausschließlichen Nutzungsrechte an diesen Fotos eingeräumt. Macht sich der Fotograf später selbstständig, darf er die während des Arbeitsverhältnisses gefertigten Bilder nicht auf der eigenen Webseite verwenden respektive nur mit Zustimmung seines früheren Arbeitgebers.

Creative Commons Lizenzen

Seit einigen Jahren werden online auch Fotos angeboten, die öffentlich zugänglich sind und genutzt werden dürfen. Das sind Fotos mit sogenannten Creative Commons Lizenzen, vergleichbar zum Beispiel mit Open Source Software.
Die Creative Commons Lizenzen gewähren unentgeltlichen Zugriff auf das Foto. Der Umfang einer solchen Creative Commons Lizenz ist unterschiedlich und kann sich etwa auf die nicht kommerzielle Nutzung beschränken. Außerdem hat sich der Nutzer des Fotos an die Lizenzbedingungen zu halten. Zu den Lizenzbedingungen gehören etwa die Nennung des Namens des Urhebers oder das Verbot das Bild zu bearbeiten. Werden diese Lizenzbedingungen nicht eingehalten, entfällt das Nutzungsrecht und es drohen Konsequenzen (siehe zweite Seite).



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