Voll im Trend 10.04.2019, 11:26 Uhr

Podcasts: Spannender Medienkanal für Unternehmen

Podcasts liegen voll im Trend. Publisher und Unternehmen sehen darin einen interessanten Medienkanal. Werbekunden schätzen die Nähe zu den Hörern.
(Quelle: shutterstock.com/Oleg and Polly )
Wenn Google ein Seismograf der ­digitalen Entwicklung ist, dann liegen Podcasts voll im Trend. Erst vor knapp einem Jahr brachte Google eine eigene App für Podcasts in seinen Store. Jetzt folgt ein wichtiges Update: Ab sofort können über die Suchfunktion der App auch einzelne Episoden nach Inhalten durchforstet werden. Wer also wissen möchte, welche Podcasts etwa das Thema E-Commerce behandeln, wird jetzt fündig.
Keine Frage: Hier findet gerade eine Professionalisierung statt. Tausende Podcasts werden Woche für Woche veröffentlicht - von Profis mit voll ausgestatteten Sendestudios bis hin zu Freaks mit selbst zusammengekauftem Equipment. Sie alle bescheren dem Audio-Bereich mit ­gesprochenen Beiträgen - mal kurz, mal stundenlang - eine Blüte. "Die Angebotsvielfalt entwickelt sich stetig weiter. Neben Medienmarken stehen eigenständige Anbieter mit interessanten Shows und Themen", sagt Christoph Arras, Leiter Produktmanagement Digitale Medien bei der AS&S Radio. "Die Stärke des Podcast-Markts ist dabei nicht nur die Vertiefung von Inhalten, sondern auch die Breite an Themen."

Zu jedem Thema gibt es einen Podcast

Wer sich von dieser Themenbreite überzeugen möchte, sollte einen Blick auf die Podcast-Vielfalt bei Spotify werfen. Die Angebote der Streaming-Plattform reichen von unterhaltenden Formaten wie "Fest & Flauschig" über Wirtschafts-News wie "Steingarts Morning Briefing" bis hin zu Gaming- oder Lifestyle-Podcasts von Social-Media-Stars oder Doku-Podcasts wie "Faking Hitler". Über 8.000 verschiedene Formate finden sich dort, Tendenz steigend. "Wir glauben an das Format Pod­cast und sehen es nicht als vergänglichen Hype, sondern als Medium, das gekommen ist, um zu bleiben", betont Sven Bieber, Head of Ad Sales Germany bei Spotify. 
"Es gibt kein Thema, das nicht in einen Podcast passt, es gibt keine Beschränkung in puncto Länge", bestätigt Frank Bachér, Leiter Digitale Medien beim Vermarkter RMS. Bestes Beispiel: Der Podcast "Alles gesagt?" der Wochenzeitung "Die Zeit", der so lange dauert, bis die Gesprächspartner keine Lust mehr haben. Ein Interview mit dem Sänger Herbert Grönemeyer kam so auf fünf Stunden und 15 Minuten ...

Unternehmen testen Branded Podcasts

Inzwischen werden auch Unternehmen vom Podcast-Fieber erfasst. Der Automobilhersteller Audi hat beispielsweise im vergangenen September den Podcast "Die Zukunft ist elektrisch" gestartet. Ziel sei es, "Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität zu verringern und Audi im Kontext ­E-Mobilität zu platzieren", so eine Sprecherin. Die Aufrufe hätten die Erwartungen stark übertroffen, zeitweise rangierten die Folgen in der Rubrik "Technologie" bei Apple auf Platz 1. So viel Erfolg verpflichtet. Mitte Februar startete Audi die zweite Staffel der Serie.
Andere Unternehmen machten mit solchem Branded Content ähnliche Erfahrungen. Die AOK Rheinland/Hamburg entwickelte den Podcast "Ich bin jetzt" und erzählte darin Geschichten für Jugendliche rund ums Scheitern, Lernen und Wachsen. Man wollte die Botschaft senden, dass es genau diese Momente sind, die das Erwachsenwerden prägen, so eine Sprecherin. "Die Stimme überträgt deutlich mehr Emotion als reiner Text, daher haben wir uns für eine Podcast-Reihe als Format entschieden." Die Serie ist inzwischen abgeschlossen, doch Podcasts würden auch künftig als "vielversprechender Kommunikationsweg" eine Rolle spielen.
Auch in der Business-to-Business-Kommunikation ist der Podcast angekommen. Als einer der Trendsetter gilt hier Philipp Westermeyer. Bereits Mitte 2015 startete der Gründer und CEO der Online Marketing Rockstars (OMR) seinen ersten Podcast zu den unterschiedlichsten Aspekten des digitalen Marketings. Inzwischen sind über 180 Folgen abrufbar, die jüngste mit einem Gespräch mit dem CMO von L’Oréal Deutschland, Philipp Markmann.



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