Von 2010 bis 2019 22.01.2020, 14:54 Uhr

Essenslieferdienste investierten 780 Millionen Euro in Werbung

In den vergangenen Jahren war der deutsche Markt für Essenslieferdienste hart umkämpft. Kein Wunder also, dass 780 Millionen Euro in Werbung flossen. 2019 hat sich in der Branche durch Verkäufe und Rückzüge einiges getan - mit Auswirkungen auf die Werbespendings.
(Quelle: shutterstock.com/MikeDotta )
Der Kampf der Essenslieferdienste um die Kunden ist in Deutschland hart. Denn zahlreiche Player buhlen mittlerweile um die Gunst der Besteller. Das hat auch Konsequenzen für das Werbebudget, das in den vergangenen Jahren fast immer nach oben korrigiert werden musste.
Einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens Nielsen für das Wirtschaftsmagazin Capital zufolge haben die drei größten Player im deutschen Lieferdienstemarkt - Lieferando, Lieferheld und Pizza.de - zwischen 2010 und 2019 insgesamt mehr als 780 Millionen Euro brutto für Werbung ausgegeben.
Allein 2018 beliefen sich die Werbespendings der Lieferdienste für TV, Radio, Print, Plakate sowie Display-Anzeigen im Internet auf 175 Millionen Euro. 2019 ist das Budget hingegen zurückgegangen: Nach der Marktbereinigung zum Jahreswechsel 2018/2019 beläuft es sich auf weniger als 120 Millionen Euro.

Wandel im deutschen Lieferdienstemarkt

Ein Grund dafür könnte der Verkauf des Berliner Unternehmens Delivery Hero sein. Der Player hat 2019 sein gesamtes Deutschlandgeschäft mit den Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora für 930 Millionen Euro an die niederländische Takeaway-Gruppe abgetreten.
Emmanuel Thomassin, CFO von Delivery Hero, kommentierte zum deutschen Lieferdienstemarkt: Deutschland sei "kein guter Markt für Food". Es gebe "bei Weitem attraktivere Märkte". Das Unternehmen hat neben dem Verkauf seines Deutschlandgeschäfts im Dezember rund 87 Prozent an dem Marktführer in Südkorea, Woowa, übernommen - für satte 3,6 Milliarden US- Dollar.
Des Weiteren hatte sich im August 2019 der britische Anbieter Deliveroo zurückgezogen. Somit agiert seit letztem Jahr Lieferando als Platzhirsch im deutschen Markt der Essenslieferdienste. Sobald ein Markt weniger umkämpft ist, fließt auch weniger Budget in Marketing-Maßnahmen. Somit lässt sich auch der Rückgang der Spendings im vergangenen Jahr erklären.



Das könnte Sie auch interessieren