Wie junge Brands mit Social Media große Aufmerksamkeit erzielen

Von der Community zum Retail-Marke

Über diesen "Wow-Effekt", den Facebook einer jungen Marke beschert, berichtet auch Moritz Blees, Co-Geschäftsführer von Kerbholz. "Als wir vor sieben Jahren angefangen haben, waren wir junge Studenten, die einfach eine Marke für Design­produkte aus Naturmaterialien machen wollten." Man habe sich keine Gedanken über Absatzkanäle gemacht, sondern auf den Aufbau von organischer Facebook-Reichweite und die damals noch recht günstigen Ads gesetzt. "Facebook Marketing ist die demokratischste Form von Marketing, wo ein Newcomer die gleichen Möglichkeiten hat wie eine große Marke", erklärt Blees.
"Social Media macht den Markenaufbau einfacher - doch Marketing bleibt schwierig": Michael Ewald Hansen, Director E-Commerce Lakrids by Bülow
Quelle: Lakrids by Bülow
Der Erfolg im Internet bestätigte die Kerbholz-Gründer, und heute ist die Marke mit ihren Armbanduhren aus Holz auch in vielen stationären Geschäften präsent. "Es gibt inzwischen eine erdrückende Evidenz, dass Marken mit einem starken Online-Kontext auch im Offline-Handel gute Erfolgschancen haben. Dass wir eine hohe Facebook-Reichweite haben und signifikante Werbespendings in Online stecken, ist eine Argumentation, die im Retail gut verfängt."
Über die Strahleffekte der Facebook-Reichweite auf die Attraktivität, die eine Marke heute beim stationären Handel genießt, berichtet auch Wolfgang Deutschmann, Geschäftsführer der österreichischen Outdoor-Marke Bërgsteiger: "Wer eine starke Social-Media-Präsenz hat, wird heute vom Handel mit offenen Armen empfangen." Aber auch im Kontakt mit den Kunden stelle die Facebook-Reichweite viel mehr als nur einen Selbstzweck dar. "Wenn eine Marke konstant und auf eine professionelle Weise Social-Media-Marketing macht, gibt das bei den Kunden eine große Glaubwürdigkeit. Man muss erst ein gewisses Niveau an Ver­trauen aufbauen, bevor es zur Conversion kommt." Deutschmann kennt diese Effekte besonders gut, weil Bërgsteiger ­zunächst als reine Facebook-Community für Alpinsportler an den Start ging. "Irgendwann kam bei den Community-Mitgliedern die Frage auf: Gibt es auch irgendetwas, was man von euch kaufen kann?"
So habe man begonnen, unter dem Label Bërgsteiger Accessoires zu produzieren, die von den Kunden dann auch gleich wieder in Social-Media-Posts gefeatured wurden. "Wenn zum Beispiel jemand ein Foto von sich mit einer Bërgsteiger-Fahne auf dem Gipfel des Mont Blanc postet, teilen wir diesen Post und schaffen so zusätzlichen Mehrwert für beide Seiten." Diese organische Reichweite habe Bërgsteiger in den letzten Jahren mit Ads auf neue Zielgruppen erweitert. Gleichzeitig ist aus dem nur nebenbei entstandenen Online Shop ein weltweiter Outdoor-Brand geworden, den es heute auch in großen Geschäften wie Jack Wolfskin oder Mammut zu kaufen gibt. "Inzwischen wollen auch viele Vertriebspartner ihre Facebook-Reichweite über uns steigern. Doch wir sind da vorsichtig und achten darauf, dass wir nie vergessen, unsere User wertzuschätzen."



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