Google rollt Smart Campaigns im DACH-Raum aus

"Beim Neustart unbedingt das verfügbare Tagesbudget eingrenzen"

Bernd Stieber ist Gründer und Geschäftsführer der Münchener Performance-Marketingagentur Netzeffekt GmbH. Hier verantwortet er den Bereich Performance Media sowie alle vertrieblichen Aktivitäten der Agentur.
Smart Campaigns soll sich als Angebot für kleine Anbieter etablieren. Ist die Bedienung dieses Anzeigenformates tatsächlich kinderleicht und damit auch für unerfahrene Kleinunternehmer möglich?
Bernd Stieber:
Die aktuell in Google Ads zur Verfügung stehenden Smart Campaigns erleichtern den Einstieg für Kleinunternehmer nicht, da man sich trotzdem mit den Basics der Google Ad Werbung beziehungsweise sich auch mit dem komplexerem Interface auseinandersetzen muss.
Es gibt ja bereits Google Adwords Express, die den Einstieg für Kleinunternehmen erleichtern und einen schnellen Kampagnenstart gewährleisten soll. Wir gehen davon aus, dass Google Smart Campaigns im Grunde eine Weiterentwicklung ist, die Erstellung der neuen Smart-Campaigns userfreundlich sein wird und vor allem die Zielgruppen der Werbetreibenden noch stärker im Fokus stehen werden.
Die Kampagnen basieren trotzdem auf den Angaben der Werbetreibenden, der Webseite oder des myBusiness Eintrags. Das heißt, der Erfolg der Smart Campaigns basiert auch zukünftig auf der Qualität der Basis sowie aus dem Zusammenspiel zwischen Suchanfrage, Anzeigentext und Landingpage, was auch weiterhin noch ein wichtiger Baustein sein wird.
Lässt sich dieser Kampagnentyp mit gewöhnlichen AdWords-Kampagnen vergleichen?
Stieber:
Der Unterschied zwischen den aktuell verfügbaren Smart-Kampagnen, etwa "Smart Display Campaign" oder auch "Goal Optimzied Shopping Campaign" und der Standard-Kampagnen ist, dass die Transparenz sowie der Umfang der aktiven Optimierungs- und Anpassungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt ist. Man kann beispielsweise keine Targeting-Optimierungen vornehmen - wie das Hinzufügen von negativ Placements oder Keywords. Außerdem benötigen die Smart Campaigns auch genügend Daten (Traffic, Conversions), damit das maschinelle Lernen richtig greift.
Smart Campaigns werden per CPC abgerechnet. Was würden Sie gerade unerfahrenen Werbungtreibenden bei diesem Kampagnenformat empfehlen?
Stieber:
Unerfahrene Werbungtreibende sollten beim Neustart der Kampagnen unbedingt das verfügbare Tagesbudget eingrenzen und sicherstellen, dass Conversion-Tracking implementiert ist. Komplett unerfahrene Werbungstreibende sollten sich auf jeden Fall mit dem Thema befassen und sich schulen oder von Google Ad Profis beraten lassen.

Lohnen sich Smart Campaigns womöglich als zusätzlicher Kanal für Werbeausspielungen bei großen Unternehmen und erfahrenen Werbungtreibenden?
Stieber:
Es stehen bereits Smart Kampagnen für große Unternehmen beziehungsweise Accounts zur Verfügung - (Dynamic Search Ads, Smart Display Campaign, Goal optimized Shopping Campaign.) Ob sich der Einsatz im Einzelnen lohnt, kann man nur herausfinden, wenn man die Kampagnentypen testet. Das heißt, neben den klassischen Kampagnen sollte man auf jeden Fall die neuen Formate anwenden, die Kampagnen Performance vergleichen und analysieren.
Die Smarten Kampagnen können ein gutes Instrument werden, um den enormen Editorial Aufwand (etwa Keyword-Erstellung und Pflege) zu reduzieren und die freiwerdenden Kapazitäten anderweitig zu nutzen. Wir sehen es als Chance und zugleich als Herausforderung.



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