Für deutsche Unternehmen 17.05.2019, 09:02 Uhr

Marketing in China: 5 Trends und Tipps

Welche Faktoren spielen für erfolgreiches Marketing in China eine Rolle? Was sind Trends und worauf müssen Advertiser aus Deutschland achten? Wir geben fünf Tipps für den chinesischen Werbemarkt.
(Quelle: shutterstock.com/weerayut ranmai)
Von David Lange, studierter Sinologe sowie Managing Director bei adlicious
Der chinesische Markt bietet mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern für deutsche Unternehmen ein enormes Potenzial. Die lokalen Begebenheiten und Marketingmöglichkeiten sind für viele Marketer jedoch ein Buch mit sieben Siegeln. Trotz unterschiedlicher Produkte und Zielgruppen lassen sich allgemeine Trends und Tipps ableiten, die das Marketing in China zum Erfolg werden lassen.

1. Regionale und lokale Begebenheiten

Zuerst ist es wichtig, ein Grundverständnis für die lokalen Gewohnheiten und Regulierungen zu haben. Im Vergleich zu Deutschland hat China keine rigiden Datenschutzregeln, die mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vergleichbar wären. Dort kann jeder Nutzer einzeln identifiziert werden, was wiederum ein 1:1 Targeting ermöglicht.
Die chinesischen Platzhirsche, wie beispielsweise Alibaba und Baidu, geben ihre Nutzerdaten jedoch nicht an die Demand-Side-Plattformen (DSP). Advertiser sind dadurch weiterhin auf den Zukauf von Targeting-Segmenten angewiesen. Diese sind in China allerdings sehr genau und weisen kaum Streuverluste auf.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Planung der Marketing-Aktivitäten ist, dass die Chinesen eine Mobile-First-Gesellschaft sind. Mehr als 95 Prozent der chinesischen Internet-User nutzen Mobilgeräte, um online zu gehen. Das führt wiederum dazu, dass das Mobile Advertising fast 70 Prozent vom digitalen Adspend ausmacht. Im Jahr 2021 soll diese Zahl bereits bei 84 Prozent liegen. Klassische Medien, wie Print und lineares TV, spielen eine zweitrangige Rolle, während Digital-Out-of-Home ebenfalls einen relevanten Kanal darstellt .

2. Geo-Targeting

Im viertgrößten Land der Welt gibt es zahlreiche regionale Besonderheiten. Es ist wichtig zu beachten, welche Regionen man für das Geo-Targeting berücksichtigt. Aufgrund der Ungleichheit in der Politik gibt es große Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land, West und Ost sowie Küste und Binnenland.
Die Metropolen und Küstenprovinzen sind sehr entwickelt, ähnlich wie die USA und Europa. Die Binnenstädte und ländlichen Gebiete sind hingegen noch unterentwickelt. Je nach Budget sollte man sich deshalb absolut im Klaren sein, was das Ziel und die Zielgruppe sind. Bei einem größeren Budgetrahmen eignet sich Geo-Targeting auf die größten zehn bis 20 chinesischen Städte am meisten.
Dabei sollte jedoch die Möglichkeit gewährleistet werden, dass zum Beispiel bestimmte Kaufabsichten genauer beziehungsweise gezielter angesprochen werden können. Mit kleinerem Budgeteinsatz machen hyperlokale Kampagnen in direkter Nähe von beispielsweise Shopping-Zentren Sinn.

3. Kulturelle Motive in der Kreation

Bei der Kreation von Marketing-Mitteln sollten auch die kulturellen Unterschiede in China in Betracht gezogen werden. So können deutsche Werbespots oder andere Marketing-Mittel in den seltensten Fällen 1:1 übernommen werden.
Während die westliche Werbewelt (unter anderem Deutschland) eine sachorientierte Kultur hat, ist die chinesische emotionsorientiert. Motive in chinesischer Werbung sind des Weiteren Tradition, Nationalstolz, Harmonie und der Einklang mit der Natur. Die Werbebotschaften in China sind oftmals hochgradig symbolisch und emotional aufgeladen und haben einen verspielten Charakter.
Werbung in Deutschland ist im Vergleich sehr viel sachlicher, nüchterner und seriöser gestaltet. Diese Erkenntnisse sollten bei der Werbemittel-Kreation berücksichtigt und umgesetzt werden.
Internet World Congress
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Quelle: Internet World Congress



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