Zwischen Big Data und Kreativität: Können Roboter besseres Marketing?

KI kann nicht alles - aber trotzdem eine ganze Menge

Nachdem jetzt geklärt wäre, was KI im Marketing nicht leisten kann, wird es an der Zeit, zu erwähnen, was sie kann: eine ganze Menge. KI wird dafür eingesetzt, um Automatismen auszuführen. Anhand von Filterregeln kann zum Beispiel festgelegt werden, dass, wenn ein Kunde ein Produkt anschaut, das nicht mehr auf Lager ist, das nächstteurere vorgeschlagen wird. Oder wenn ein Seitenbesucher zum zehnten Mal ein Produkt ansieht, ohne es zu kaufen, eine E-Mail mit Werbung für genau dieses Produkt in seinem Postfach landet.
Diese Automatismen lassen sich mittlerweile von vielen Marketing-Lösungen mehr oder weniger einfach von Marketern einrichten, ganz ohne Programmierkenntnisse. Doch das ist eigentlich noch keine KI. Der Sinn von KI ist, dass die Lösung mitlernt. Das Machine Learning, das häufig als Synonym von KI genutzt wird. Je mehr Daten die KI-Lösung über einen User sammelt, desto mehr Gesetzmäßigkeiten leitet sie über ihn ab. So merkt sich zum Beispiel die KI-Lösung in einem Kinderbedarfs-Shop, welches Geschlecht das Kind des Kunden hat. Über die gekauften Produkte leitet es das Alter ab und schlägt rechtzeitig, bevor das Kind zum Beispiel anfängt zu krabbeln, Steckdosensicherungen oder einen Laufstall vor.

Datenvisualisierung: Mit Daten Bilder malen

Damit wird die KI zum mächtigen Marketinginstrument, welches die Treffsicherheit der Maßnahmen extrem vergrößert. Doch auch hier kommt es irgendwann zum Problem der Überprüfbarkeit. Je besser und umfangreicher der Erfahrungsschatz von KI ist, desto schwieriger wird es für Marketer, diese im Blick zu behalten. Eine besondere Rolle kommt deswegen der Datenvisualisierung zu. Jeder Datenpunkt wird darin zu einer Unit zusammengefasst, die visuell zum Beispiel in Form von Grafiken aufbereitet wird. So werden für den Marketer unwichtige Daten, die in endlosen Data-Sheets üblicherweise für Verwirrung sorgen, ausgeschlossen.
Viele Unternehmen haben für ihre Datenvisualisierung eine separate Lösung aufgesetzt. Sie haben neben einer Marketing Suite meistens noch eine Business-Intelligence-Lösung im Einsatz. Mittlerweile gibt es aber auch Marketing Suiten, die Datenvisualisierung bereits integriert haben.
Auch bei der Datenvisualisierung gibt es Fehlerquellen wie allgemein beim Einsatz der KI-Lösung. Daten müssen auf Plausibilität überprüft werden und Marketer sollten nicht zum Übergeneralisieren neigen. Denn personalisierte Kommunikation geht möglichst genau auf den Kunden ein, um eine erfolgreiche Bindung zu schaffen.

Marketer machen sich mit KI noch wertvoller

Marketer sollten keine Angst vor KI-Lösungen haben. Die Kommunikationsbranche gilt unter Experten als eine der zukunftssichersten angesichts der fortschreitenden Digitalisierung. Programme sind nicht kreativ, die Aufgaben in der Kommunikation erfordern aber genau das. Das heißt aber nicht, dass es nicht eine Menge an Arbeitsschritten gibt, die der Marketer an die KI abgeben kann. Damit wird er erfolgreicher und produktiver - und das ist das Gegenteil von überflüssig.



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