CEO Jakob Keller 24.11.2019, 10:43 Uhr

Keller Sports: "Kein reiner E-Commerce-Händler"

Der Online Shop Keller Sports hat es ­geschafft, sich in einem hart umkämpften Markt durchzusetzen. Im Interview ­erklärt Co-Founder und CEO Jakob Keller, warum dafür eine genaue Positionierung und kreatives Marketing so wichtig sind.
Jakob Keller, Co-Founder und CEO Keller Sports
(Quelle: Keller Sports)
Herr Keller, Keller Sports definiert sich als Premium-Anbieter. Was genau können wir uns darunter vorstellen?
Jakob Keller: Diesen Premium-Ansatz definieren wir vom Grundsatz her in alle Richtungen: bei der Auswahl des Produktsortiments, in unserem Serviceangebot, mit dem, wie wir mit unseren Kunden umgehen und wie wir uns im Internet und live vor Ort präsentieren. Vom Grundsatz her wollen wir Erlebnisse schaffen, die nachhaltig begeistern.
Nun sprechen viele andere Anbieter auch davon, sich im Premiumbereich positioniert zu haben…
Keller: Mag sein, aber wir selber sehen uns als Teil unserer Zielgruppe. Wir sprechen Menschen an, die viel beschäftigt sind, die Familie haben, sich bewusst Zeit nehmen für Sportarten und in diesem Bereich eine selektive Auswahl vornehmen. Damit positionieren wir uns anders als andere Player am Markt. Wir bewegen uns eher im performance-orientierten Sportsegment. Eine klare Fokussierung bringt den Vorteil, dass man weniger Kompromisse machen muss bei dem, was man tut. Wir wissen ziemlich genau, was unsere Kunden möchten und erarbeiten dafür spezifische Lösungen.
Was bedeutet dieser Premium-Anspruch für die Auswahl von Marken und bestimmten Produkten?
Keller: Vorab: Es geht für uns nicht darum, teure Produkte zu verkaufen. Uns geht es darum, Qualität anzubieten, und das in allen Ausprägungen, natürlich auch beim Sortiment. Da ist es entscheidend für uns zu sehen, wie sich eine Marke entwickelt. Es gibt Marken, die wir nicht führen, weil wir deren Entwicklung kritisch sehen. Ein weiterer Punkt ist: Bei uns beginnt das Kuratieren schon bei der Auswahl der Artikel. Wir werden nie von uns behaupten, dass wir das größte Sortiment haben. Und nie, dass wir der günstigste sind. Wir verfolgen den Anspruch, für unsere Zielgruppe die beste Anlaufstelle zu sein, weil wir Dinge bieten, die andere so nicht bieten können.

Derzeit im Fokus: das Trail-Running-Segment

Was für Gründe sind ausschlaggebend dafür, dass eine Marke nicht gelistet wird?
Keller: Es geht darum, wofür die Marke steht, wie sie sich derzeit entwickelt und ob sie zu unserem Anspruch passt die besten Performance-Sportprodukte anzubieten.
  
Gibt es für diese Entscheidung einen Kriterienkatalog?
Keller: Wir versuchen diese Entscheidung zu einem hohen Anteil zu objektivieren. Gerade bei einer Marke schwingen aber auch viele emotionale Kriterien mit. Deswegen haben wir Experten im Hause, die alle Produkte auf Herz und Nieren prüfen. Außerdem haben wir unser Ohr immer nah am Kunden, um zu wissen, welche Bedürfnisse er hat.
Online Shop: nicht jede Marke wird gelistet
Quelle: Keller Sports


Angenommen Nike bringt eine neue Schuhkollektion auf den Markt. Dann kann es sein, dass bestimmte Modelle zu Keller Sports passen, andere aber nicht?
Keller: Genau. Das ist ein gutes Beispiel, weil es zeigt, dass wir uns nicht gegen eine Marke oder gegen ein Unternehmen entscheiden. Wir entscheiden das im Übrigen oft gemeinsam mit der Marke. Nike ist zum Beispiel sehr daran interessiert, das richtige Produkt dem richtigen Kunden anbieten zu können.

Gibt es in Ihrem Hause Sportarten, die Sie jetzt ausklammern, weil sie nicht zu Ihnen passen, die Sie aber vielleicht in naher Zukunft ins Portfolio nehmen?

Keller: Absolut. Theoretisch ist das auch in anderer Richtung möglich. Das entspricht der Philosophie unseres Unternehmens. Wir halten immer die Augen und Ohren offen. So widmen wir beispielsweise derzeit intensiv dem Trail-Running-Segment, weil hier ein klarer Trend zu erkennen ist und wir erkennen, dass sich unsere Kunden hierfür immer stärker interessieren.



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