Dominik Dreyer von Groupon 21.08.2019, 13:31 Uhr

"Im Bereich Online Marketing sind KMUs überfordert"

Online Marketing ist heutzutage ein Muss - auch für KMUs, um sich am Markt behaupten zu können. Was sind dabei die größten Herausforderungen? Antworten gibt Dominik Dreyer, CEO Groupon Deutschland.
Dominik Dreyer, CEO Groupon Deutschland
(Quelle: Groupon Deutschland)
Digitales Marketing sollte mittlerweile sowohl in großen als auch in kleinen Unternehmen zum Alltagsgeschäft gehören. Doch ist das auch wirklich so? Welche Rolle spielt digitales Marketing für KMUs in Deutschland? Und was sind für Unternehmen die größten Herausforderungen? Über diese und weitere Fragen haben wir mit Dominik Dreyer, CEO Groupon Deutschland, im Interview gesprochen. Denn Groupon ist nicht nur eine Angebots-Plattform, sondern unterstützt zugleich lokale und bundesweit agierende Unternehmen mit digitalen Marketing-Lösungen.
Sie setzen mit Groupon Kampagnen mit Unternehmen um. Welche Erfahrungen haben Sie mit deutschen KMUs gemacht?
Dominik Dreyer: Im Vergleich zu großen Unternehmen und Konzernen haben KMUs nicht die gleichen internen Ressourcen und Expertise im Marketing. Deshalb sind sie in vielen Fällen auf externe Unterstützung angewiesen. Was wir bei KMUs wahrnehmen, ist, dass der Eigentümer auch der Geschäftsführer, der Finanzchef und der Leiter des Marketings ist. Das sind viele Aufgaben, die zu bewältigen sind. Deshalb sehen wir oft, dass KMUs nicht die neuesten Technologien und Entwicklungen nutzen, die ihrem Unternehmen beim Wachstum helfen würden. Vor allem im Bereich Online Marketing sind KMUs überfordert. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie Online-Maßnahmen nicht offen gegenüberstehen. Sie benötigen für die Umsetzung jedoch professionelle Beratung. 
 
Welche Rolle spielt Online Marketing für KMUs in Deutschland?
Dreyer: Überraschenderweise setzen KMUs immer noch vermehrt auf traditionelle Marketing-Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem das Verteilen von Flyern und Broschüren oder das Schalten von Anzeigen in der lokalen Presse. Laut einer Studie, die wir kürzlich mit dem Marktforschungsinstitut Opinium durchgeführt haben, geben deutsche KMUs durchschnittlich nur ein Fünftel ihres Budgets für digitale Marketing-Maßnahmen aus. Beim Blick in die Zukunft sind die KMUs zweigeteilt. 42 Prozent planen ihr Budget für Online Marketing-Maßnahmen zu erhöhen, während 53 Prozent keinen Grund für einen Budget-Anpassung sehen. 
 
Was sind für Unternehmen bei ihren digitalen Werbeaktivitäten die größten Herausforderungen?
Dreyer:
Der Kunde 4.0 tritt heutzutage mit Unternehmen über mehrere physische aber vor allem auch digitale Touchpoints in Kontakt. Eine der größten Herausforderungen ist herauszufinden, welche Kanäle für die Zielgruppenansprache am meisten Sinn machen. Bei der Vielfalt an digitalen Werbeaktivitäten ist es für die wenigsten KMUs möglich, alle Kanäle gleichzeitig zu bespielen. Damit die richtigen Maßnahmen umgesetzt werden, müssen Daten kontinuierlich ausgewertet werden und der ROI analysiert werden. Dieses Vorgehen ist für die meisten KMUs jedoch nicht selbstverständlich. Dadurch wird viel Potenzial verschenkt und viele Ressourcen werden auf die falschen Kanäle verschwendet. 
 
Auf welche Marketing-Kanäle setzen die deutschen Unternehmen ihrer Ansicht nach am meisten?
Dreyer: Wie bereits erwähnt, stehen klassische Offline Marketing.Maßnahmen, wie Direktmarketing, immer noch hoch im Kurs. Bei den digitalen Marketing-Kanälen setzen KMUs vor allem auf eine mobil optimierte Website, eine Social-Media-Präsenz, SEO und E-Mail- und Newsletter-Marketing. Das ist ein positives Signal und zeigt, dass KMUs auch offen gegenüber Online Marketing sind. Allerdings werden oftmals die verschiedenen Kanäle nur einzeln und nicht aufeinander abgestimmt bespielt. Ein kanalübergreifender Marketing-Mix ist für eine erfolgreiche Kundenansprache und Unternehmenspräsenz jedoch unabdingbar.



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