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23.09.2019, 08:03 Uhr

Die Bahn zeigt, wie kreativ Programmatic Advertising sein kann

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren wir aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche zeigt die Bahn mit ihrer "Spar Dir den Flug"-Kampagne, wie kreativ Programmatic Advertising sein kann.
Die Kampagne wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt in Cannes.
(Quelle: Deutsche Bahn )
Wie bringt man junge Reisende dazu, öfter mal Urlaub in Deutschland zu machen? Diese Frage stellte die Deutsche Bahn vor knapp zwei Jahren ihrer Agentur Ogilvy, die darauf eine höchst kreative Antwort fand. Man musste der Zielgruppe nur zeigen, dass es in Deutschland genauso schöne Plätze gibt wie in Übersee und dass man mit dieser Erkenntnis eine ­Menge Geld sparen sowie auf strapaziöse Flugreisen verzichten kann.
Aus diesem Ansatz entstand die "Spar Dir den Flug"-Kampagne, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde - zuletzt auf dem Werbefestival in Cannes. Dabei werden zwei Reiseziele in einem Side-by-Side-Vergleich gegenübergestellt. Beide Fotos sind verblüffend ähnlich. So wird auf einem Motiv die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück neben einer ganz ähnlichen Brücke in Kanada gezeigt.
Der einzige Unterschied: Der Hunsrück ist mit dem Sparpreis der Bahn für über tausend Euro weniger erreichbar. Ausgespielt wurden die Anzeigen über Online Display, Facebook und Instagram, Kooperationen mit Influencern rundeten alles ab.

Die Display-Ads wurden über Instagram und Facebook ausgespielt.
Quelle: Deutsche Bahn
Fortsetzung in diesem Sommer

In diesem Sommer setzte die Deutsche Bahn die Kampagne fort, allerdings wurde sie technisch weiter verfeinert. Im ersten Flight wurden die Bilder noch händisch ausgewählt, inzwischen hat ein Algorithmus die Arbeit übernommen. Daten aus Facebook lieferten Hinweise auf zielgruppenrelevante Reiseziele im Ausland. Dann wurde in dem Fundus von Getty Images nach ähnlichen Stadt- und Landschaftsbildern in Deutschland gesucht.
Diese Gegenüberstellung wurde anschließend über Programmatic Advertising perfektioniert. Mithilfe von Geodaten bestimmte die Bahn den Standort des Users sowie des nächstgelegenen Flughafens. Ein weiterer Algorithmus ermittelte einen Zielflughafen im Ausland und den aktuell günstigsten Flugpreis dorthin. ­
Anschließend wurden die Ads zusammengesetzt und ausgespielt - in Sekundenbruchteilen. Sie machten dem User ein unschlagbar günstiges Angebot: eine Bahnfahrt für nicht einmal 25 Euro.



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