Zensur 24.01.2019, 10:15 Uhr

China sperrt Microsofts Suchmaschine Bing für zwei Tage

Bing fiel ebenfalls der chinesischen Zensur zum Opfer - wenn auch nur zwei Tage. Ein Grund ist nicht bekannt, Bing zensierte seine Ergebnisse in China bislang selbst und hielt sich an die Behörden-Vorgaben.
(Quelle: Bing )
Die chinesische Zensur blockt neuerdings auch die Microsoft-Suchmaschine Bing. Die Webseite konnte am Donnerstag von China aus nicht mehr aufgerufen werden. Bing teilt damit das Schicksal von Google, Twitter, YouTube, Facebook, WhatsApp und anderen Internet-Plattformen, die von Chinas "Großer Firewall" gesperrt werden. Die "Financial Times" zitierte Quellen, dass die Sperre auf Anweisung der Regierung erfolgt sei.
Ein Grund war nicht bekannt. Anders als Googles Suchmaschine war die chinesische Seite von Bing zugelassen, weil es seine Ergebnisse selbst zensierte und sich an die Vorgaben der Behörden hielt. Google hatte das abgelehnt und musste sich deswegen 2010 aus China zurückziehen. So sind heute alle Dienste von Google wie auch Gmail oder Google-Maps in China gesperrt. Auch sind ausländische Medien wie die "New York Times" oder chinakritische Webseiten geblockt.
Wer die Blockaden umgehen will, braucht einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network). Doch gehen die chinesischen Behörden in den vergangenen Monaten noch stärker als früher gegen solche geschützte Verbindungen vor, indem sie diese massiv stören. Viele VPN-Dienste funktionieren oft nur noch schlecht.
Update vom 25. Januar:
Nach zweitägiger Unterbrechung konnten Internetnutzer in China wieder auf die Microsoft-Suchmaschine Bing zugreifen. Es blieb unklar, was zu der Sperrung der Webseite geführt hatte. Microsoft-Präsident Brad Smith sagte dem US-Nachrichtensender Fox auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos, es sei nicht das erste Mal und passiere gelegentlich.
In China folge das Unternehmen den Zensurvorgaben, erklärte Smith. "Es gibt Zeiten, da gibt es Meinungsverschiedenheiten. Es gibt Zeiten, wo es schwierige Verhandlungen mit der chinesischen Regierung gibt." Das Unternehmen versuche noch herauszufinden, worum es gegangen sei, sagte Smith.



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