Meine Top-Kampagne 03.12.2018, 08:05 Uhr

Moia: "Alleine fahren ist Stadtverschwendung"

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren Experten aus der Digitalbranche exklusiv für uns aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche kommentiert Claudia Leischner, Managing Director der Agentur Gyro.
(Quelle: Moia )
Von Claudia Leischner, Managing Director der Agentur Gyro
Kilometerlange Rückstaus und verstopfte Kreuzungen prägen an Werktagen das Bild unserer Großstädte. Während einer nach dem anderen versucht, sich in den schier endlosen Smog-Kolonnen in jede noch so kleine Lücke zu quetschen, sitzt in 90 Prozent der Autos nur ein einziger Fahrer. Die übrigen Plätze bleiben leer. Genau diese gesellschaftliche Problematik thematisiert Moia in seiner aktuellen Kampagne.
Unter dem Motto "Alleine fahren ist Stadtverschwendung" präsentiert die VW-Mobilitätsmarke auf ihrem Blog Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Alleinfahren und führte zusätzlich auf Hannovers Straßen ein soziales Experiment durch. In Zeiten von Luftverschmutzungs- und Klimawandeldebatten ließ der Ridesharing-Dienst einen überdimensionalen Cabriofahrer, der alle Sitze seines Wagens ausfüllte, durch die vollen Straßen fahren.

"Ja, heute geht’s noch"

Zu sehen sind zahlreiche verdutzte Gesichter, die den vermeintlichen Fettklops in kompletter Sprachlosigkeit anstarren. Andere wiederum scheinen sich mit der Situation längst abgefunden zu haben und meinen auf die Frage, ob es immer so voll sei: "Ja, heute geht’s noch." Der Protagonist wirkt ebenfalls resigniert und stellt folgerichtig fest: "Ich brauche nun mal ­einen ganzen Wagen für mich allein, aber die anderen könnten sich ja mal ein bisschen besser verteilen." Die Eindrücke des Tages wurden in einem YouTube-Video präsentiert und auf den sozialen Netzwerken geteilt. Durch das skurrile Video will der Ridesharing-Anbieter auf den Irrsinn aufmerksam machen, der tagtäglich auf unseren Straßen herrscht.
Ich habe die Kampagne auf Facebook entdeckt und finde sie sehr gelungen, da sie eine brandaktuelle Thematik behandelt. Der Ansatz, einen Fahrer kolossalen Ausmaßes als Protagonisten zu wählen, verdeutlicht die Absurdität des Alleinfahrens. Dennoch stellt sich hierbei für mich die Frage: Ist das noch lustig oder schon Body Shaming?



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