Online B2B Conference 13.06.2018, 15:33 Uhr

Der B2B-E-Commerce hat die passende B2B-Marketing-Plattform gefunden

Praxiswissen und Visionen im B2B-Marketing: Auf der Online B2B Conference am 12. und 13. Juni in München war beides zu Hause.
Moderatorin der Online B2B Conference Svenja Teichmann, Geschäftsführerin der Digitalagentur crowdmedia
Von Dunja Kölwel
B2B-E-Commerce ist eines der größten Segmente der deutschen Internetwirtschaft. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei knapp 27 Milliarden Euro, 2017 werden es bereits 35 Milliarden Euro sein und 2019 sogar mehr als 46 Milliarden Euro, so eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Doch Informationen, wie Marketing speziell für B2B aussehen sollte, gibt es viel zu wenig und zum Glück gibt es daher Veranstaltungen wie die Online B2B Conference, so das Fazit der meisten Teilnehmer der Konferenz. Denn an beiden Konferenztagen war alles geboten, was B2B-Marketers Herz begehrt: Visionen, Informationen und jede Menge Praxisbeispiele.
Künstliche Intelligenz als Teil und Vision des täglichen Lebens war demnach auch gleich das Thema der Eröffnungs-Keynote von Karel Golta, einem Designer und Innovationsberater: "KI wird Teil unseres täglichen Lebens. Ob wir dabei unsere Menschlichkeit bewahren, entscheiden wir heute - jeder einzelne von uns." Er riet dazu, sich über den Effekt von KI auf menschliche Fähigkeiten bewusst zu werden. Man sollte KI dazu nutzen, um menschliche Attribute und Eigenschaften zu stärken, wichtige Entscheidungen nicht an Maschinen und KI delegieren und sie schlussendlich immer zum Wohl der Gesellschaft zu gestalten.
Über Visionen, aber nicht bei KI, sondern bei Plattformen, sprach auch Hamidreza Hosseini, Founder & CEO von Ecodynamics, das Plattform-Strategien für Unternehmen entwickelt. Er ist überzeugt, dass das Plattformgeschäftsmodell das Produktgeschäftsmodell verdrängen und vernichten wird und rät damit auch Unternehmen im B2B-Umfeld zu einer eigenen Plattformstrategie.
Eine solche Strategie hat Sebastian Wiese, CDO und Geschäftsführer bei Zeppelin Lab, dem Think Tank des Baumaschinenherstellers Zeppelin, bereits  umgesetzt. Er zeigte wiederum ganz praxisnah auf, wie eine Plattform und das dazugehörige Ökosystem aus der Transformation des bestehenden Geschäftes des Zeppelin Konzerns und der Entwicklung neuer digitaler Produkte und Lösungen gewachsen ist.

Wie gelingt Wachstum im B2B-Umfeld?

Der Zeppelin Konzern hat sich also verändert, um im Bereich B2B weiter wachsen zu können. Doch diese Veränderung ist nur möglich, wenn auch das Marketing sich weiterentwickelt. Yves Naumann, und Hans-Christian Brandt, beide Senior Consultants der Digital Marketing- Agentur mellowmessage,  präsentierten, wie dabei der Weg von (alten) Ad-hoc-Marketing zu (neuem) agilem B2B-Marketing gelingen kann. Denn die Anpassung an neue Gegebenheiten im Marketing stellt B2B-Unternehmen vor unterschiedlichste Herausforderungen. Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten, muss sich daher auch die Planung, Steuerung und Zusammenarbeit im Marketing weiterentwickeln.

Webseiten-Relaunch bei B2B-Unternehmen - angetrieben durch das Marketing

Ein Wandel im Marketing bedeutet aber nicht selten auch einen veränderten und angepassten Unternehmensauftritt und dieser zeigt sich meist auch in einer überarbeiteten Webseite. Wie ein solcher Relaunch in einem B2B-Unternehmen gelingen kann, war daher auch das Vortragsthema von Michael Schreiber, Leiter Online von Festool, einem Werkzeug-Hersteller. Sein Fazit nach dem erfolgreich durchgeführten Relaunch: "Ziele setzen,  einen Plan und damit leben, dass die Dinge sich ändern."
 
Ganz essentiell und geradezu ein Dauerbrennerthema in diesem Umfeld ist auch, wie es Unternehmen schaffen, relevanten Content auf den Webseiten und nicht nur dort zur Verfügung zu stellen. Bei Lars Bening, Vice President Studio SAP, gelingt dies mit Hilfe einer Inhouse Agency. Und wie das via Livestreaming gelingen kann- der Trend im Social Web, der auch eine Chance für B2B bedeuten kann, erläuterte Thorwald Erbslöh, Geschäftsführer der Digitalagentur bluehouse. Er schaffte es dabei in seinem Vortrag, den Teilnehmern die Angst vor Livestreaming im B2B-Umfeld zu nehmen und auch glaubwürdig zu vermitteln, dass die Produktion eines Livestreams gar nicht so aufwändig sein muss, um erfolgreich zu sein. Erbslöh: "Sympathie und Aufmerksamkeit, enorme Reichweiten und überaus hohe Interaktion, volle Authentizität und die Möglichkeit, Ereignisse hautnah mitzuerleben - das kann auch Kunden im B2B-Umfeld elektrisieren und für ein Unternehmen begeistern".
Wenn eine neue Webseite gelauncht ist, will ein Unternehmen natürlich auch analysieren, wie sich veränderter Content auf das Interesse potenzieller Kunden auswirkt. Was in B2C-Unternehmen schon lang Usus ist, nämlich Webanalyse und deren Visualisierung auf Dashboards, ist nämlich bei vielen B2B-Unternehmen noch nicht gang und gäbe: Anders ist das allerdings beim Saatguthersteller KWS Saat. Dessen Brandmanager Dr. Sören Winkelmann und Sven-Olaf Peeck, Geschäftsführer bei der den Prozess begleitenden Digitalagentur crowdmedia, sprachen über den Weg von einer Null-Analyse zur gelungenen Webanalyse.



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