Nach KKR-Einstieg 16.09.2019, 09:15 Uhr

Axel Springer will zahlreiche Jobs abbauen

Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR will Axel Springer einen harten Sparkurs durchsetzen. In diesem Zuge sollen auch Stellen eingespart werden.
(Quelle: shutterstock.com/Stephan Schlachter)
Der Medienkonzern Axel Springer will nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR einen harten Sparkurs fahren. "Das klingt nicht nur nach einem großen Schnitt, das ist einer", sagte Vorstandschef Mathias Döpfner in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). "Wo digitales Wachstum gelingt, werden wir investieren und Mitarbeiter einstellen oder umlernen wo möglich. Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen", sagte der Manager. Das betreffe die Zeitungen "Welt" und "Bild" sowie die Druckereien und Zeitschriften.

Döpfner fügte an: "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen. Wir verschlanken die Hierarchien." In Summe werde man jedoch Arbeitsplätze aufbauen, so Döpfner. Die Witwe von Firmengründer Axel Springer, Friede Springer, betonte, dass das Unternehmen weiter auf Journalismus setze. "Wir bleiben ein journalistisches Haus", sagte Springer. Auch die defizitäre Tageszeitung "Welt" werde weitergeführt.

Übernahmeangebot für Axel Springer

Der Finanzinvestor KKR hatte ein öffentliches Übernahmeangebot für Axel Springer in Milliardenhöhe gemacht und sich mehr als 40 Prozent der Anteile gesichert. Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner haben auch Anteile. Die Partner wollen gemeinsam das Geschäft ausbauen. "Ich hoffe, das Unternehmen wird größer, stärker, erfolgreicher sein", sagte Friede Springer.

KKR-Europachef Johannes Huth sagte der "Süddeutschen Zeitung", man werde nun investieren und Übernahmen prüfen. "Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist", sagte er zur Frage, ob er Interesse an Autoscout24 aus dem Scout24-Konzern oder an den eBay-Kleinanzeigen habe. Zudem werde KKR länger als für Finanzinvestoren üblich dabei bleiben.



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