AppsFlyer Performance Index 07.11.2018, 15:45 Uhr

Vermarktung von Shopping Apps: Google holt auf

Wie bekomme ich für meine App mehr Installationen? Das ist für alle App-Anbieter die Gretchen- Frage. AppsFlyer hat untersucht, welche Werbenetzwerke für Shopping Apps entscheidend sind.
(Quelle: shutterstock.com/sdecoret)
Wish, Factory Market, eBay und Amazon waren - gemessen an Downloads - im vergangenen Oktober die beliebtesten Shopping Apps im Google Playstore. Alleine die App von Wish wurde 575.000-mal heruntergeladen, Factorymarket und eBay jeweils über 450.000-mal. Über den Download im Apple Store kommen noch einmal weitere Hunderttausend hinzu.
Diese Zahlen zeigen: Der Mobile Commerce brummt, das Shoppen über Smartphone entwickelt sich - gerade unter jungen Zielgruppen - zur gängigsten Einkaufsform. Das Unternehmen AppsFlyer hat in seinem 7. Performance Marketing Index nun erstmals die mobilen Shopping Apps genauer untersucht und analysiert, welche Werbenetzwerke bei der Bewerbung bevorzugt werden. In die Untersuchung wurden 800 Shopping Apps einbezogen.
Dabei zeichnen sich nach Ben Jeger, Managing Director bei AppsFlyer, folgende Trends ab:

1. Facebook an der Spitze, Google holt auf

In Europa belegt Facebook unter den Werbenetzwerken nach wie vor den Spitzenplatz. Hierhin fließt das meiste Geld für die Bewerbung der Shopping-Apps. Doch Google holt deutlich auf und droht mittelfristig die Vormachtstellung von Facebook in Frage zu stellen.
Nach Ben Jeger liegt dies an der Verbreitung der UAC (Universal App Campaigns) von Google. Bislang mussten Adwords-Kampagnen für Apps manuell angelegt werden. Jetzt steuert eine Künstliche Intelligenz im Hintergrund der UAC die Kampagne aus. Jeger: "Das war anfangs umstritten, scheint aber inzwischen gut zu funktionieren."
Die Apple Search Ads (ASA) wachsen dynamisch: Nur zwei Jahre nach ihrer internationalen Markteinführung haben sich die ASA hinter Facebook und Google als drittwichtigster Kanal etabliert. Insgesamt hat sich der Anteil an der über ASA hervorgerufenen App-Installationen um nahezu 20 Prozent erhöht. Seit diesem Sommer sind die Werbeanzeigen im Apple Store auch in Deutschland buchbar und werden zunehmend nachgefragt.
Snapchat gewinnt an Boden: Seit dem Eintritt in das App Install Marketing wächst bei den E-Commerce-Anbietern der Wunsch, auf Snapchat ihre Apps zu bewerben. In manchen Ländern verzeichnet der Kanal deshalb Steigerungsraten von 75 Prozent. In Westeuropa sind die Zuwächse auch spürbar, aber noch weitaus niedriger.

2. Betrug greift auf Shopping Apps über

Der AppsFlyer Performance Index belegt auch: Fraud bleibt ein Problem und hat sich gegenüber der vorherigen Messung sogar noch verschärft. Zunehmend sind davon Shopping Apps betroffen. Nach Ben Jeger liegt dies zum einen an dem - im Vergleich zu den Gaming Apps - relativ geringen technischen  Entwicklungsstand, der sie für Betrug anfälliger macht.
Zum anderen an den gestiegenen Umsätzen. Jeger: "Jetzt, wo Shopping Apps ihr Marketing beleben, ist es fast logisch, dass sie Opfer von Fraud werden. Die Betrüger bewegen sich dorthin, wo das Geld ist."



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