Mega-Deal 30.04.2018, 09:15 Uhr

T-Mobile schluckt den US-Rivalen Sprint

Bewegung auf dem US-amerikanischen Mobilfunkmarkt: Die Netzbetreiber T-Mobile und Sprint schließen sich zusammen, um gemeinsam zum Angriff auf die Branchenführer Verizon und AT&T zu blasen.
(Quelle: Shutterstock.com/Atstock Productions)
Erst vor fünf Monaten war die Mega-Fusion offiziell abgeblasen worden, nun kommt sie doch zustande: Die Telekom-Tochter T-Mobile US schluckt den US-Rivalen Sprint. Am Sonntag sei eine verbindliche Einigung erzielt worden, um beide Unternehmen zusammenzuführen, hieß es in einer Mitteilung, die die Telekom am Abend verbreitete. Es ist eine Milliarden-Hochzeit, die die Kräfteverhältnisse auf dem umkämpften amerikanischen Mobilfunkmarkt neu definieren könnte.
42 Prozent des neuen Unternehmens "T-Mobile" soll die deutsche Mutter in Bonn halten. Die japanische Sprint-Mutter Softbank hält 27 Prozent, 31 Prozent gehen an freie Aktionäre. Verwaltungsratschef des neuen Unternehmens wird Telekomchef Timotheus Höttges. Die Geschäfte wird der bisherige Chef von T-Mobile US, John Legere, fortführen. "Die Deutsche Telekom stärkt damit ihre Präsenz in den führenden Märkten der westlichen Welt", teilte Höttges am Abend mit.

Der Deal hat enorme Dimensionen

Aufgrund der hohen Verschuldung ergibt sich laut der Unternehmen ein Gesamtwert von knapp 150 Milliarden US-Dollar. Die Kosten sollen vor diesem Hintergrund um jährlich 6 und insgesamt mehr als 43 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's kündigte postwendend an, die Bewertung der Kreditwürdigkeit der Deutschen Telekom auf eine Herabstufung zu prüfen. Derzeit wird der Bonner Konzern mit "BBB+" geführt.
Die Transaktion wird über einen Aktientausch abgewickelt. "Für jeweils 9,75 Sprint-Anteile erhalten deren Aktionäre im Gegenzug eine neue Aktie der T-Mobile US ohne bare Zuzahlung", heißt es in der Mitteilung. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus.
Die Nummer drei (T-Mobile) und vier (Sprint) im US-Telefongeschäft haben gemeinsam nach eigenen Angaben rund 127 Millionen Kunden und einen kombinierten Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden US-Dollar. Jetzt wollen sie zusammen zum Angriff auf die Branchenführer Verizon und AT&T blasen. Damit könnte der dritte Versuch, mit dem innerhalb von vier Jahren eine Fusion ausgelotet wird, zum Erfolg führen. Sprint war beim Börsenschluss am Freitag rund 26 Milliarden US-Dollar schwer, das entspricht etwa 6,50 US-Dollar je Aktie.



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