Studien zu Mobile Marketing: Wer nutzt, was läuft, wo hapert's 18.11.2013, 08:11 Uhr

Mangelnde Erfahrung und fehlende Standards

Mit der ansteigenden Zahl an Mobile-Nutzern, nimmt auch das Interesse der Marktforscher am Thema Mobile Marketing zu. Mittlerweile beschäftigen sich eine ganze Reihe an Studien mit diesem Bereich. INTERNET WORLD Business hat einige zusammengefasst.
Studien zu Mobile Marketing
Im dritten Quartal 2013 wurde wieder ein neuer globaler Absatzrekord bei Smartphones erzielt. Zwischen Juli und September wurden weltweit 258,4 Millionen Smartphones verkauft - gemäß den Analysten von IDC ein neuer Rekord. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stiegen die Verkäufe um 38,8 Prozent an.
Den Erfolg führen die Marktforscher unter anderem auf die hohe Nachfrage nach immer günstigeren Android-Geräten in China zurück - bereits ein Drittel aller Smartphones wurden dort abgesetzt. Sie rechnen auch für das vierte Quartal dieses Jahres mit einem neuen Rekord - und damit, dass der gesamte Smartphone-Absatz dieses Jahr eine Milliarde Geräte erreichen könnte.
Einsamer Marktführer bleibt der Erhebung zufolge Samsung mit einem Anteil von 31,4 Prozent an den Neuverkäufen - gegenüber 31 Prozent im Vorjahresquartal. Der Verfolger Apple musste allerdings, trotz gestiegener Verkaufszahlen, Einbußen beim Marktanteil von 14,4 auf 13,1 Prozent hinnehmen, da das Wachstum der iPhone-Verkaufszahlen mit 25,7 Prozent unter dem des Gesamtmarkts lag.
Ein harter Kampf findet indes um den dritten Platz statt: Erstmals konnte der chinesische Hersteller Huawei mit 4,8 Prozent Marktanteil diese Position erobern, vor dem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Lenovo mit 4,7 Prozent und LG aus Südkorea mit 4,6 Prozent. Alle drei Smartphone-Schmieden konnten ihre Verkäufe im Jahresvergleich um über 70 Prozent steigern.

Die Hälfte der Deutschen surft mobil 

Auch in Deutschland verfügen immer mehr Menschen über ein internetfähiges Mobiltelefon. Während im dritten Quartal 2012 erst 54 Prozent aller Handybesitzer ein Smartphone besaßen, waren es im ersten Quartal 2013 bereits 62 Prozent. Das geht aus einer Studie des Medienunternehmens Nielsen hervor. Es ist kein Wunder, dass sich die zunehmende Verbreitung der internetfähigen Mobiltelefone auch auf die Bereiche Shopping und vor allem Werbung auswirkt.
"Für Unternehmen und Werbungtreibende bedeutet dies, dass sie ihre Zielgruppen über immer mehr Kanäle ansprechen müssen. Darin liegt eine große Chance, denn sie erreichen ihre Kunden und potenziellen Käufer auch in Lebensbereichen, in denen sie früher nicht präsent waren", erklärt René Bellack, Vice President Nielsen Telecom Practice Group Deutschland. Außerdem zeigten die Untersuchungen, dass Nutzer, die länger mobil online sind, mobile Werbung stärker wahrnehmen und häufiger online einkaufen.
Dieser Entwicklung haben Werbungtreibende Nielsen zufolge bereits Rechnung getragen: Die Brutto-Werbeinvestitionen in Mobile-Display-Ads, Mobile-Apps und Tablet-Apps sind im ersten Halbjahr 2013 um 75,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Insgesamt wurden von Januar bis Juni bereits 44,5 Millionen Euro investiert, das entspricht einer Steigerung um 75 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012.
Bellack erwartet, das sich dieser Anstieg weiter fortsetzen wird und bis zum Jahresende sogar die Schallgrenze von 100 Millionen Euro mobilen Werbevolumens geknackt werden könnte. Dies belegen Zahlen aus der Bruttowerbestatistik der Unit Mobile Advertising (MAC) im BVDW in Kooperation mit Nielsen. Die Entwicklung geht mit der Gesamtjahresprognose der MAC konform, die ein Wachstum von über 70 Prozent erwartet. Die daraus resultierenden mobilen Bruttowerbeerlöse von 105,1 Millionen Euro für 2013 würden das Vorjahresniveau um 43,3 Millionen Euro übertreffen.
Für die Studie wurden über 1.600 Internet-Nutzer im Alter zwischen 16 und 64 Jahren im Zeitraum vom 4. bis 13. Februar 2013 befragt. Die Teilnehmer wurden in dem Onlinepanel nach Gerätekategorie, Alter und Geschlecht gewichtet.

Mangelnde Erfahrung und fehlende Standards

Dass sich mobile Werbung zunehmend etabliert, ist also sicher - aber noch längst keine Garantie dafür, dass alles problemlos läuft. Im Gegenteil: Publisher haben bislang Schwierigkeiten, mobile Werbung richtig einzusetzen. Das hat mit fehlender Erfahrung, aber auch mit einem weitgehend unregulierten Markt zu tun.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Rubicon Project und Forrester Research, die untersucht hat, welche Hürden Werbekunden und Publisher im Mobile-Bereich vor sich sehen. Die zentralen Erkenntnisse sind dabei, dass Publisher derzeit noch Probleme haben, die mobilen Kanäle zur Monetarisierung heranzuziehen. Zudem gibt es nicht nur einen Mangel an Erfahrung unter den Publishern, sondern auch an Standards und Messgrößen innerhalb der mobilen Werbebranche.
Abhilfe könnte hier die voranschreitende Automatisierung schaffen, so Frank Addante, Gründer und CEO von Rubicon Project. Das automatisierte Buchen von mobilen Kampagnen werde vermutlich noch in den kommenden zweieinhalb Jahren zur Normalität werden. Als vorteilhaft identifiziert die Studie die Tatsache, dass dank Automatisierung beispielsweise auf Third-Party-Data zurückgegriffen wird, die das Targeting verbessert, die Transparenz beim Mediaeinkauf erhöht und die Bildung von Preis-Standards unterstützt. Durch die Abwicklung automatischer Werbeprozesse könnten die Sales-Mitarbeiter Zeit sparen und sich intensiver mit lukrativen Projekten und Kampagnen beschäftigen.
Für die Studie hatte Forrester 15 Experten aus dem Bereich mobile Advertising interviewt. Rubicon Project, das die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, bietet selbst eine Supply-Side-Plattform für Publisher an.



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