Nach Trump-Dekret 20.05.2019, 09:33 Uhr

Google setzt Android-Updates für Huawei aus

Nachdem US-Präsident Trump China den Handelskrieg erklärt hat, entzieht Google Huawei die Android-Lizenz. Der chinesische Hardware-Hersteller muss auf die Open Source-Version ausweichen.
Google ist für Huawei ein wichtiger Partner, weil bei dem Internet-Riesen das Mobil-Betriebssystem Android entwickelt wird.
(Quelle: shutterstock.com/tanuha)
Der US-Handelskrieg gegen chinesische Tech-Firmen geht in die nächste Runde: Google entzieht Huawei die Android-Lizenz, berichtet Reuters. Google ist für Huawei ein wichtiger Partner, weil bei dem Internet-Riesen das Mobil-Betriebssystem Android entwickelt wird, mit dem auch die Smartphones des chinesischen Konzerns laufen. Auch Chipkonzerne wie Qualcomm, Broadcom und Xilinx hätten ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass Huawei bis auf weiteres nicht beliefert werde.
Google reagiert damit auf die Vorgaben der US-Regierung, wonach chinesischen Firmen, die zum Kauf von US-Technologien das Einverständnis der US-Regierung benötigen, auf eine schwarze Liste gesetzt wurden.
Tatsächlich bestätigte jedoch ein Google-Sprecher, dass Google Play und die Sicherheitsmaßnahmen von Google Play Protect auch weiterhin auf vorhandenen Huawei-Geräten funktionieren sollen. So betrifft der Entzug der Lizenz die bereits verkauften und genutzten Huawei-Telefone auf der ganzen Welt nicht unmittelbar. Diese funktionieren weiter.

Unklare Zukunftsaussichten

Was jedoch in Zukunft mit Huawei-Geräten passiert, die mit dem Android-Betriebssystem laufen sollen, ist unklar. Für Huawei bedeutet das, dass lediglich das Android Open Source-Projekt genutzt werden kann. Dies wiederum heißt, dass zahlreiche, von den Android-Nutzern geschätzte Google-Apps und -Dienste nicht mehr zugänglich sind. 
Huawei steht im Visier der US-Behörden, da Präsident Trump und die Regierung befürchten, über Huawei-Geräte könnten amerikanische Netzwerke von China ausspioniert werden. Huawei dagegen behauptet, dass es unmöglich für die chinesische Regierung sei, die Geräte als Hintertür in US-amerikanische Unternehmen, Netzwerke oder Behörden zu nutzen.

Chip-Lieferungen

Auch die Chip-Lieferungen aus den USA sind wichtig für Huawei. Der chinesische Konzern entwickelt zwar eigene Prozessoren und Modems für einige Modelle seiner Smartphones, bezieht aber Chips für einen Teil der Telefone von Qualcomm. Bei seiner Netzwerktechnik ist Huawei noch viel stärker auf Chips aus den USA angewiesen. Die Firma habe aber in Vorbereitung auf mögliche US-Sanktionen bereits Halbleiter für mindestens drei Monate eingelagert, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.
Der chinesische Huawei-Konkurrent ZTE war im vergangenen Jahr von ähnlichen US-Einschränkungen so schwer getroffen worden, dass die Firma zeitweise ihr internationales Geschäft stoppen musste. Die Sanktionen gegen ZTE wurden später mit einem Deal aufgehoben.



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