Wegen Android 01.08.2014, 14:00 Uhr

Google erneut im Visier der EU-Kartellwächter

Die Europäische Kommission bereitet möglicherweise ein neues Kartellverfahren gegen Google vor. Stein des Anstoßes: Die Geschäftspraktiken des Konzerns in Bezug auf das Mobile-Betriebssystem Android.
(Quelle: Shutterstock.com/Twin Design )
Diesmal geht es nicht um die Suchmaschine, sondern um das mobile Betriebssystem: Google droht wegen Android ein neues Kartellverfahren. Denn die EU-Kommission will offenbar untersuchen, ob der US-Konzern seinen globalen Marktanteil von rund 80 Prozent bei Smartphone-Betriebssystemen für wettbewerbswidrige Praktiken nutzt, um Dienste wie Maps voranzutreiben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Informanten.
Demnach soll zum Beispiel konkret untersucht werden, ob Google seinen Hardware-Partnern im Smartphone-Geschäft vorschreibt, bestimmte - mit Googles Produkten konkurrierende - Apps auf den Android-Geräten nicht vorzuinstallieren. In den vergangenen Wochen hat die Europäische Kommission, wie schon 2011 und 2013, Fragebögen an Firmen verschickt, um weitere Details über die Verträge des US-Konzerns mit seinen Geschäftspartnern zu erfahren. Der neue EU-Wettbewerbskommissar, der im November 2014 sein Amt antritt, könnte dem Bericht zufolge die Grundlage für ein neues Kartellverfahren legen.
Für Google wäre es indes nicht das erste Verfahren dieser Art. Bereits 2011 geriet der Konzern wegen seiner Android-Geschäftspraktiken ins Visier der US-amerikanischen Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC). Darüber hinaus strengte ein Jahr zuvor die EU ein Kartellverfahren an - damals ging es um die Suchmaschine. Auch hier steht der Vorwurf im Raum, Google missbrauche seine Marktmacht. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, wobei Google bereits Zugeständnisse angekündigt hat.

In gut 15 Jahren wurde Google zur weltweit wertvollsten Marke. Der Konzern wird mit seinen Dienstleistungen reicher und reicher, doch in vielen Belangen misstrauen die Kunden der Internet-Supermacht.




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