Auktion in Deutschland läuft 04.04.2019, 14:32 Uhr

5G-Netze für Smartphones in Südkorea und den USA gestartet

Mobilfunkbetreiber in Südkorea und den USA haben ihre kommerziellen Netzwerke des neuen Datenfunks 5G für Smartphones in Betrieb genommen. In Deutschland indes läuft noch die Auktion, inzwischen ist aber die Schwelle von drei Milliarden Euro überschritten.
(Quelle: shutterstock.com/Marko Aliaksandr)
Mobilfunkbetreiber in Südkorea und den USA haben früher als geplant ihre kommerziellen Netzwerke des neuen Datenfunks 5G für Smartphones in Betrieb genommen. Im Rennen um den Start des ersten superschnellen Netzes für den Massenmarkt war das 5G-Netz in den USA allerdings zunächst nur in zwei Städten verfügbar. In Südkorea waren beim Start nur ausgewählte Nutzer dabei.
Der US-Provider Verizon teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, dass das 5G-Ultrabreitband jetzt in Teilen Chicagos und Minneapolis im Livebetrieb sei - und damit um eine Woche früher als geplant.
Kurz zuvor aktivierten bereits am späten Mittwochabend in Südkorea (Ortszeit) die drei größten Betreiber des Landes ihre Netze für den neuen Mobilfunkstandard zwei Tage früher als vorgesehen. Das neue Netz soll in Südkorea in 85 Städten einschließlich der Hauptstadt Seoul und sechs weiteren Großstädten verfügbar sein.
Mit 5G können Daten bis zu rund hundert Mal schneller transportiert werden als beim derzeitigen LTE (4G). Der neue Standard verspricht zudem kürzere Laufzeiten der Daten (Latenz).

Die weltweit ersten 5G-Smartphone-Nutzer

Sowohl Verizon als auch die Anbieter in Südkorea beanspruchten für sich, die weltweit ersten 5G-Smartphone-Nutzer zu haben. In Südkorea wurden sie vorab mit dem neuen, 5G-tauglichen Flaggschiff-Smartphone des Marktführers Samsung, Galaxy S10, ausgestattet. Das Modell wird allerdings erst an diesem Freitag offiziell auf den Markt kommen.

Mit dem Galaxy S10 tritt Samsung nicht nur gegen Apples iPhone an, sondern auch gegen viele hochgerüstete Android-Smartphones chinesischer Rivalen. Herausgekommen ist ein Telefon, das möglichst alle Kundenwünsche erfüllen soll.

Der größte Mobilfunkanbieter in Südkorea, SK Telecom, erklärte am Donnerstag, dass sechs Prominente einschließlich der früheren Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Yuna Kim die "ersten 5G-Smartphone-Abonnenten der Welt" seien. Die Prominenten sollen als 5G-Botschafter für den Service des Unternehmens werben. Um das ultraschnelle 5G-Netz von Verizon in den USA zu nutzen, können Kunden bisher nur auf das Motorola-Modell Moto Z3 zurückgreifen, das dazu extra aufgerüstet werden muss.
In Südkorea hatten die Telekommunikationsunternehmen SK Telecom, KT und LG Uplus bereits im Dezember ein 5G-Netz für den kommerziellen Einsatz für WLAN-Router von Firmenkunden in Betrieb genommen. Südkorea sei beim Start von 5G anderen Ländern voraus, sagte der Minister für Wissenschaft und Informationstechnologie, Yoo Young Min. "Wir werden alle Ressourcen darauf konzentrieren, um bei 5G weltweit führend zu sein." 5G werde helfen, neue Technologien zu realisieren, selbstfahrende Autos, Roboter und Hologramme eingeschlossen, sowie neue Werte durch die Zusammenführung verschiedener Industriebereiche zu schaffen.

Versteigerung in Deutschland

In Deutschland nimmt die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen nach einer Hängepartie wieder Fahrt auf: Die Höchstgebote der vier Telekommunikationsfirmen überstiegen am Donnerstag die Schwelle von drei Milliarden Euro, wie aus der Webseite der Bundesnetzagentur hervorgeht. Dabei eingerechnet sind Zahlungsverpflichtungen, die sich wegen zurückgenommener Höchstgebote ergeben.
Die Versteigerung hatte am 19. März am Mainzer Technik-Standort der Bonner Behörde begonnen, neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland macht auch der Neueinsteiger 1&1 Drillisch mit, der bisher kein eigenes Netz hat.
In den vergangenen zwei Tagen hatte es weniger Höchstgebote gegeben als zuvor - es sah zwischenzeitlich so aus, als gehe die Veranstaltung bald zu Ende. Doch am Mittwoch mischten die Firmen wieder munter mit und die Gesamtsumme der Höchstgebote auf die 41 Frequenzblöcke kletterte nach oben - ein Ende ist nicht absehbar. Im 3,6-GHz-Band zogen Drillisch und Telefónica ihre Gebote für insgesamt sechs Frequenzblöcke zurück.
Nun dürfte die Auktion kein finanzieller Flopp mehr werden für den Staat, der die Einnahmen in die Digitalisierung stecken will. Experten waren vor Auktionsstart von einem Einnahmenkorridor zwischen drei und fünf Milliarden Euro ausgegangen. Bei der letzten großen Frequenzauktion 2015 waren es rund fünf Milliarden Euro.
Diesmal gelten die Ausbauauflagen aber als besonders streng und anspruchsvoll für die Netzbetreiber. Bis Ende 2022 sollen 98 Prozent der Haushalte sowie Autobahnen und andere Strecken mit schnellem mobilen Internet versorgt werden.



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