Verändern Instant Apps das App-Ökosystem?

Wie werden Instant Apps auf Smartphones aktiviert?

Um Instant Apps nutzen zu können, muss die Funktion zunächst aktiviert werden. In den Einstellungen von Android befindet sich ein Menüpunkt "Google", hinter dem sich ein weiterer Menüpunkt "Instant Apps" befindet. Nach einer Bestätigung wird im Hintergrund eine Datei heruntergeladen und installiert. Nun wird der Schalter aktiviert (siehe Bild 3) und durch "Ich bin dabei" bestätigt.
Quelle: Google
Noch ist das Angebot an Instant Apps sehr überschaubar. Knapp 60 verschiedene Instant-Varianten stehen bisher bereit, darunter Periscope, New York Times, Vimeo und One Football. Das Angebot wird sich allerdings bald ausweiten, nachdem Google Instant Apps am 17. Mai für alle Entwickler freigegeben hat.

Für wen sind Instant Apps interessant?

Potenzielle Anwendungsgebiete für Instant Apps gibt es viele: E-Commerce-Anbieter können Instant Apps nutzen, ihr mobiles Shopping-Erlebnis deutlich schneller und komfortabler zu gestalten. Auch im Reisebereich existieren zahlreiche Szenarien, in denen Instant Apps Sinn machen: Für den schnellen Abruf von Abfahrtszeiten, zur Reservierung eines Bahntickets, die Buchung eines Hotelzimmers oder einer Taxi-Bestellung in einer fremden Stadt.
Mobile-Gaming-Anbieter können Preview-Versionen ihrer Spiele zur Verfügung stellen und potentielle Nutzer dadurch vom Download der kompletten App überzeugen. Weitere Use Cases sind beispielsweise Fußball-Live-Ticker, Kochrezepte, Restaurantreservierungen, Kontostände, TV-Programme, Veranstaltungskalender und viele mehr.

Werden Instant Apps das App-Ökosystem verändern?

Noch ist es zu früh, um die Auswirkungen von Instant Apps zu bewerten. Grundsätzlich haben sie das Potenzial, die Art und Weise, wie Apps von Nutzern entdeckt werden, nachhaltig zu verändern. Und nicht nur das - auch App-Marketing-Kampagnen zur Gewinnung neuer und Reaktivierung bestehender Nutzer werden Neujustierungen erfahren. Wahrscheinlich wird es auch zu neuen Spam-Versuchen von halbseidenen App-Anbietern kommen.  
Zunächst muss aber erst mal abgewartet werden, wie schnell sich das Instant App-Angebot verbreitert und wie gut Nutzer die neue Option annehmen. Dass Google von der ersten Ankündigung bis zur tatsächlichen Veröffentlichung über ein Jahr gebraucht hat, sollte nicht als problematisches Signal gewertet werden.
Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich das Vorhandensein einer Instant-Variante auf die Download-Zahlen der entsprechenden Apps auswirkt. Wird Google zukünftig auch Instant-App-Nutzungsraten neben den Installationszahlen als zusätzliche Statistik ausweisen? Und wird Apple für iOS mit einer ähnlichen Funktionalität nachziehen? Wir werden es erleben.



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