The Mobile States of America

Vom Retail bis zum Messenger

Mobile Marketing im Retail

Supermarktketten wie Aldi und Lidl experimentieren hierzulande zaghaft mit Mobile Payment-Lösungen. Wer aber tatsächlich schon drahtlos zahlen wollte, hat wahrscheinlich auch in die verunsicherten Gesichter der Mitarbeiter an den Kassen geblickt. Ich selbst habe bereits mehrfach miterlebt, dass trotz NFC-Zahlmöglichkeit am Ende doch wieder die traditionelle EC-Karte gezückt wurde. Die US-Supermarktketten haben hingegen bereits Fakten geschaffen und tun dies nicht nur beim Mobile Payment.
Die App der Supermarkt-Kette Kroger hat kürzlich ein Update erhalten. Dabei wurde sie mit neuen standortbasierten Funktionen ausgestattet. Fügt der Kunde jetzt ein gewünschtes Produkt zur integrierten Einkaufliste hinzu, wird ihm sofort die genaue Position des Artikels im Laden angezeigt. Und nicht nur das – die Einkaufliste sortiert alle Artikel automatisch in die Reihenfolge, in der sich der Kunde durch das Geschäft bewegt. Einkäufe lassen sich dadurch deutlich zeitsparender und effizienter durchführen. Und das Personal wird durch weniger Nachfragen seitens der Kunden entlastet.
Außerdem hat Kroger seinen Push-Message-Versand optimiert. Statt allgemeingültige Angebote an Besitzer der Kroger-App zu versenden, erhalten diese speziell auf ihr Einkaufsverhalten abgestimmte Offerten. Als Datenquelle dienen dabei beispielsweise in der Vergangenheit gekaufte Produkte.

Messenger

Messenger Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger oder Snapchat sind die wahren Gewinner des Mobile-Jahres 2015 und gehören wenig überraschend zu den erfolgreichsten Apps überhaupt. Dass US-Bürger bei neuen Funktionen die Nase voraushaben, ist wenig überraschend. Die Software kommt von dort …
Beim Facebook Messenger können US-Bürger jetzt direkt aus einem Chat mit einem Freund heraus ein Fahrzeug von Uber bestellen. Dafür müssen sie die Unterhaltung nicht verlassen. Gibt es mehrere Mitfahrer, können sogar direkt die Kosten untereinander aufteilt werden. Der Uber-Service ist ein Vorgeschmack auf den von Facebook angekündigten Dienst M, einen digitalen Assistenten auf Basis des Facebook Messengers. Dieser soll Nutzern ganz unterschiedliche Aufgaben wie das Buchen von Restaurants oder das Durchsuchen von Deal-Seiten abnehmen und dabei nebenbei den Mobile Commerce weiter anschieben.

Mobile umarmen

Während der Reise bot sich unzählige Male die Gelegenheit, den Vorsprung im mobilen Alltag zu sehen und zu erleben. Auffällig war übrigens auch, dass sehr häufig konkret mobile Angebote beworben wurden - deutlich häufiger als klassische Websites.
Aktuell lässt sich sagen, dass die vermuteten zwei bis drei Jahre Vorsprung realistisch sind. Die schnelle Adaption von Mobile Payment hat damit zu tun, dass die Amerikaner den bargeldlosen Zahlungsverkehr schon lange gewöhnt sind. Dennoch wünsche ich mir, dass wir den mobilen Umbruch ähnlich konsequent annehmen und gestalten wie die US-Unternehmen - und dabei den Abstand etwas verkürzen.
Quelle: IWB_Expert_Insight_quer.jpg



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