Mobile Couponing: Der Kunde soll überall einlösen

Die Geo-Location - die neue Stufe

Gegenüber den klassischen Online-Gutscheinen bieten mobile Coupons einen entscheidenden Vorteil. Durch den Einsatz von Geo-Daten lassen sie sich an bestimmte Orte koppeln. Dadurch kommen auch stationäre Händler wieder in die Lage, vom technologischen Fortschritt profitieren zu können. Bisherige Nutznießer digitaler Gutscheine waren nämlich in erster Linie Online-Shops. Jetzt aber können Nutzer beim Einkaufsbummel in der Stadt prüfen, welche Läden oder Restaurants in der direkten Umgebung ihres aktuellen Standorts aktuell Rabatte anbieten und ihr Einkaufsverhalten daran ausrichten.
Doch die Möglichkeiten gehen noch weiter: Per Push-Nachricht können sich die Konsumenten auch automatisch informieren lassen, wenn sie sich einem Geschäft mit aktuellem Gutschein nähern. Eventuell wird dabei sogar gleich die Telefonnummer einer Hotline oder eines Instant Messenger-Services mitgeliefert, unter der sich vor Betreten des Geschäfts weitere Informationen abrufen oder Reservierungen vornehmen lassen.
Die Technologie stellt Unternehmen und Betreiber von Gutschein-Portalen aber auch vor neue Probleme, die bisher nicht vollständig gelöst sind: "Das Location-Based Coupons-Segment ist ein extrem spannender Markt, für den es bisher kein 100 Prozent schlüssiges Geschäftsmodell gibt." sagt beispielsweise Marcus Seidel, seines Zeichens Geschäftsführer der Smart Shopping and Saving GmbH, die unter anderem das zur RTL-Gruppe gehörende Portal Gutscheine.de betreibt. "Wir haben das Segment natürlich im Blick und werden zu gegebener Zeit auch eine Lösung präsentieren", ergänzt Seidel.
Wie werden mobile Gutscheine gespeichert?
Damit der Nutzer einen mobilen Gutschein einlösen kann, muss er ihn im Geschäft oder Restaurant griffbereit haben. Häufig wird der Coupon in einer App gespeichert, die zum Vorzeigen geöffnet wird. Das kann die App des Händlers sein oder die eines Gutschein-Portals. Es gibt aber auch noch andere Wege. Es kann eine SMS oder E-Mail versendet werden, in der die zur Einlösung erforderlichen Informationen enthalten sind. Auch die Eingabe einer einzigartigen ID durch den Kunden lässt sich eine Gutscheineinlösung anstoßen. Diese Variante ist vor allem im Rahmen der bestehenden Teilnahme an einem Loyalitätsprogramm sinnvoll. Aber auch so genannte Mobile Wallets sind geeignet.
Das mit iOS 6 eingeführte Passbook von Apple gilt als die erste Lösung eines Anbieters von mobilen Betriebssystemen, um Gutscheine und andere virtuelle Objekte wie zum Beispiel Bordkarten zu speichern.  Konkurrent Google hat mit Wallet ein ähnliches System im Programm, dass sich aktuell allerdings in Deutschland nicht wirklich nutzen lässt. Auch Samsung hatte bis vor kurzem eine eigene Wallet für seine Smartphones angeboten, den Dienst aber Ende Juni 2015 eingestellt. Es ist damit zu rechnen, dass die Mobile Wallet mit der Einführung des mobilen Bezahlungssystems Android Pay auch bei Google wieder verstärkt in den Fokus rücken. Samsung hat sich mit dem aktuellsten Software-Update Mitte August bereits auf die Lösung Beep’n Go festgelegt.
Gutscheine wollen eingelöst werden
Für die Einlösung mobiler Gutscheine sind einige Schritte notwendig: Der Konsument zeigt den Gutschein an der entsprechenden Akzeptanzstelle vor. Dies geschieht in der Regel auf seinem Smartphone-Display. Die Identifizierung erfolgt über einen alphanumerischen Code, der entweder jederzeit sichtbar ist oder erst nach Betätigung des Einlöse-Buttons sichtbar wird. Aber auch QR- und Barcodes sowie Teilnehmer-IDs von Loyalitätsprogrammen sind geeignet. Per Scanner wird der Gutschein dann vom Händler erfasst und überprüft. Dabei wird sichergestellt, dass der Gutschein gültig ist, nicht abgelaufen ist und nicht bereits zuvor eingelöst wurde. Erst dann wird der Rabattbetrag ausgewiesen.
Zum Schluss ein paar Tipps
Die geplanten Mobile Couponing-Aktivitäten sollten sich nicht nur in die sonstige Marketing-Strategie des Unternehmens einfügen, sondern möglicherweise auch als Teil eines kompletten Loyalitätsprogramms zur Kundenbindung daherkommen. Konsequente Erfolgsmessung ist dabei wie immer der Schlüssel zum Erfolg, denn nur so kann festgestellt werden, wie die Gutscheine das Kundenengagement entlang der kompletten Customer Journey positiv entwickeln. Die Standardisierung von technischen und gestalterischen Prozessen vermeidet Probleme bei der Einlösung, beugt damit Kundenunzufriedenheit vor und erleichtert das Aufsetzen von Folge-Kampagnen. Gewonnene Targeting-Daten wie Mobilfunknummern, Standorte und Einlösungsdaten müssen gespeichert und für zukünftige Aktionen nutzbar gemacht werden (zum Beispiel mithilfe einer Data Management Plattform).




Das könnte Sie auch interessieren