Das App Store Ranking ist defekt - kann es wieder heilen?

Wie ist die rechtliche Lage?

Um die Situation rund um gefälschte Nutzerbewertungen richtig einordnen zu können, hilft auch ein Blick auf die rechtliche Lage. Grundsätzlich ist der Kauf von Bewertungen nicht illegal, stellt aber einen Verstoß gegen die Richtlinien der App Stores dar. Somit begehen diese App-Anbieter keine Straftat, sondern verletzen lediglich die Nutzungsbedingungen. Damit können Google und Apple die Apps zwar aus dem Store entfernen und die dazugehörigen Konten zu deaktivieren, weitergehende rechtliche Konsequenzen haben die App Anbieter allerdings nicht zu befürchten.

Was kann getan werden?

Für Anbieter exzellenter Apps gibt es wenig frustrierendes, als in den Suchresultaten hinter Apps mit gefälschten Bewertungen zu rangieren und dadurch den Weg zum Nutzer nicht zu finden. Doch was lässt sich dagegen ausrichten? Aktuell leider nicht viel. So lange die Algorithmen der App Stores so funktionieren, wie sie funktionieren, gibt es eigentlich keine wirkliche Handhabe. Die einzige kurzfristige Lösung liegt darin, die gefälschten Apps herunterzuladen und anschließend mit einer echten Bewertung zu versehen, um dadurch andere Nutzer zu warnen.

Was muss sich ändern?

Nachdem wir uns angesehen haben, welche Probleme bei der App Store Optimization (ASO) bestehen, richten wir unseren Blick auf die Lösung.   
Es wäre definitiv an der Zeit, dass die App Stores ihre Algorithmen überarbeiten und das Augenmerk dabei mehr auf Qualität legen. Bei den Apps selbst könnte beispielsweise mehr darauf geachtet werden, wie schnell der Nutzer sie wieder deinstalliert, welche Öffnungsrate sie aufweisen und wie viel Zeit Nutzer innerhalb der App verbringen. Eine transparente Offenlegung dieser Ranking-Kriterien ist allerdings nur auf den ersten Blick eine gute Idee, denn sie würde einigen App Anbietern wieder neue Möglichkeiten bieten, das System manipulativ für sich einzunehmen.
Auch das Aufspüren von falschen Bewertungen anhand ihrer Semantiken bietet noch jede Menge Verbesserungspotential. Bei seiner Suchmaschine verwendet Google heutzutage große Ressourcen darauf, vor allem durch Links nach oben gespülte Websites zu identifizieren und abzustrafen, um die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür, dass dies nicht auch bei Google Play möglich sein sollte. Das geschlossene System und der relativ harte Freigabeprozess im App Store lassen Apple auf der anderen Seite wie einen Anbieter wirken, der schon von Hause aus auf Qualität bedacht sein sollte. Von daher können wir baldige Abhilfe erwarten, oder vielleicht auch nicht?

Wann werden die Änderungen kommen?

Man kann davon ausgehen, dass sich Apple, Google, Microsoft und Co der Probleme in ihren App Stores vollkommen bewusst sind. Die App Stores stellen wichtige Vertriebsplattformen für diese Unternehmen dar und so sollte eigentlich klar sein, dass die Bekämpfung von App-Spam ganz oben auf ihrer Liste steht. Doch ganz so eindeutig ist die reale Situation leider nicht.
Wie in der Einleitung erwähnt steigt zwar die Nutzungsdauer von Apps weiterhin kontinuierlich an. Diese Nutzungsdauer verteilt sich aber leider nicht auf eine wachsende Anzahl von Apps. Daher steht es für die Betreiber der App Stores primär im Fokus, die Wünsche ihrer Nutzer zu befriedigen und dazu gehört nicht unbedingt die Aufgabe, App Entwicklern dabei zu helfen, die korrekte Position innerhalb der Suchergebnisse zu erreichen. So lange also die Wirkung erzielt wird, dass Nutzer alles Benötigte finden, ist der Leidensdruck für Reformen wohl noch nicht groß genug. Von der untergegangenen exzellenten App erfahren die Nutzer im Zweifel ja nichts und werden sie deshalb auch nicht vermissen.



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