Das Ende der Daten-Kekse? 10.10.2013, 10:11 Uhr

Microsoft will Cookie-Alternative

Nicht nur Google hat sich dem Kampf gegen Third Party Cookies verschrieben. Nun soll auch Microsoft an einer eigenen Technologie arbeiten, um seine Nutzer über ihre Geräte, Betriebssysteme und Online-Dienste verfolgen zu können. Ziel ist es, künftig auf die unliebsamen Datensammler verzichten zu können.
Vor gut einem Monat wurde bekannt, dass Google eine eigene Internet-Tracking-Technologie entwickeln will, um das Surf-Verhalten seiner Nutzern im Netz verfolgen zu können. Mithilfe des Identifizierungsprogramms sei es möglich, Third Party Cookies komplett zu ersetzen. Mit dem Wunsch, allmählich auf die Datensammler verzichten zu können, scheint Google nicht alleine zu sein. Wie Ad Age berichtet, arbeitet jetzt offenbar auch Microsoft an eigenen Technologien, um die Benutzer über ihre Geräte, Betriebssysteme und Online-Dienste verfolgen zu können.
Die Cookie-Alternative von Microsoft soll User auf allen PCs, Tablets und Smartphones tracken können, die das Windows-Betriebssystem nutzen. Dazu gehören auch die Xbox-Videospiele und Online-Dienste wie Internet-Explorer und Bing. Die Nachricht verstärkt die aktuelle Diskussion um die in Verruf geratenen Third Party Cookies, also kleine Software-Schnipsel, die Unternehmen nutzen, um auslesen zu können, auf welchen Seiten Nutzer unterwegs waren. Ziel ist das gezielte Aussteuern von Werbung im Web. Kritiker sehen in ihnen eine Verletzung der Privatsphäre. Sie könnten nun allmählich wirklich vom Aussterben bedroht sein, auch wenn ein großer Teil des Online-Werbegeschäfts nach wie vor auf sie angewiesen ist. Zahlreiche neue Browser, wie zum Beispiel Apples Safari Browser oder die aktuelle Version von Mozillas Firefox, blockieren sie inzwischen, wenn der Nutzer es nicht ausdrücklich anders haben will. 
Die zunehmende Abwendung von den kleinen Datensammlern ist vor allem durch die Zunahme der Nutzung von Smartphones beschleunigt worden. In den Apple-Geräten gibt es gar keine Cookies und die Android-Varianten verwenden sie nur im Web-Browser, was bedeutet, dass Android-Nutzer nicht getrackt werden, während sie Apps nützen.
Microsofts Bemühungen sind ein weiterer Schritt in Richtung eines Szenarios, in dem Third-Party Cookies zunehmend von unternehmenspezifischen Anwendungen großer Internet-Riesen wie Apple, Google und Facebook verdrängt werden. Neben den Tracking-Systemen, die von Microsoft und Google entwickelt werden, verfolgt auch Facebook das Surf-Verhalten seiner Nutzer während sie in dem sozialen Netzwerk angemeldet sind. Apple trackt iPhone und iPad Benutzer mit einem System namens IDFA - ID for Advertisers.
Ein "Untergang" der Cookies wäre fast so etwas wie ein Sieg für Microsoft, nachdem der Konzern überall im Netz belächelt wurde, als er im vergangenen Jahr angekündigt hatte, sein Internet Explorer 10 würde über eine "Do Not Track" Standardeinstellung verfügen. Wie Ad Age prognostiziert, werden sich die großen Unternehmen nun dafür einsetzen, einen branchenweiten Tracking-Standard zu etablieren, der ihnen den Zugang zu so vielen Daten ermöglicht, dass Werbekunden keine andere Wahl haben werden, als mit ihnen zu kooperieren. Rivalisierende Plattformen werden dem US-News-Portal zufolge gezwungen sein, den neuen Standard zu unterstützen.




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