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Arzneimittel

Studie Versandapotheken sind nicht immer günstiger

Shutterstock.com/jordache
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Nicht alles ist online billiger. Dennoch boomt der Online-Medikamentenverkauf. Mehr als 40 Prozent der Deutschen kaufen mittlerweile Arznei online ein.

Seit 2012 ist der Anteil der Deutschen, die Medikamente online kaufen, von 22,7 Prozent auf 42,0 Prozent (2018) gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Verbraucherforums mydealz. Dabei ist im Netz nicht unbedingt alles billiger. Für die Studie haben die Tester von mydealz unter anderem das Preisniveau für 300 zufällig gewählte Produkte analysiert. Ergebnis: Preisunterschiede von im Schnitt 48,7 Prozent (11,04 Euro). Und erstaunlicherweise waren oft die beiden Online-Marktführer teurer als die stationäre Konkurrenz.

Dabei kann es nicht am fehlenden Umsatz liegen, dass die Online-Platzhirsche teure Preise verlangen: 1,06 Milliarden Euro setzte die Zur Rose Group 2018 um, während die Shop Apotheke Europe 540 Millionen Euro Umsatz machte. 3.000 der über 19.000 deutschen Apotheken haben ebenfalls eine Versandhandelserlaubnis und etwa 150 betreiben einen "ernstzunehmenden Versandhandel".

Börsennotierte Marktführer aus den Niederlanden

Dominant sind jedoch die niederländische Shop Apotheke Europe mit 18 Prozent der 301,8 Millionen Besuche, die deutsche Verbraucher einer Versandapotheke abstatteten, sowie die Zur Rose-Gruppe mit 35,1 Prozent, zu der neben Zur Rose auch Apo-Rot, Doc Morris, Esando, Eurapon, Medpex und Vitalsana zählen.

Obwohl das Gros der Nutzer online Medikamente kauft, weil dort Sparvorteile erwartet werden, sieht die Realität anders aus: Im Schnitt verkauften die 100 Versandapotheken bei der Stichprobe gerade einmal 3,3 Prozent aller Produkte zum Bestpreis. 96,7 Prozent aller Produkte konnten die Tester hingegen andernorts preiswerter finden. 

Für die Studie verglich das Verbraucherforum mydealz.de zwischen dem 11. und 18. Februar 2019 das Angebot, die Preise und Versandmodalitäten der hundert größten Versandapotheken. 

Über den Verkauf zu billigeren Preisen wird übrigens gerade auch vor Gericht gestritten: Die Versandapotheke Doc Morris verlangt von der Apothekerkammer Nordrhein Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe.

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