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bevh-Studie "Interaktiver Handel"

Online-Handel wuchs 2015 um 12 Prozent

shutterstock.com/comvenimo
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Der Online-Handel in Deutschland verzeichnet in 2015 ein Umsatzplus von 12 Prozent. Damit liegt das Wachstum deutlich über dem des Einzelhandels (Plus 3,1 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des bevh.

Der Interaktive Handel (Online- und Versandhandel) erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 52,37 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Interaktiver Handel in Deutschland" des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Von den 52,37 Milliarden Euro sind 46,9 Milliarden Euro dem Online-Handel zuzuordnen, der somit einen Anteil von fast 90 Prozent am Gesamtumsatz der Branche verzeichnet. Der Online-Handel wuchs damit 2015 am stärksten - und zwar um 12 Prozent. Digitale Güter und Dienstleistungen waren den Konsumenten 12,97 Milliarden Euro wert.

"Im Jahr 2015 hatte der Interaktive Handel vier Wachstumsquartale hintereinander. Die Kauflaune ist aufgrund der robusten Konjunktur und der niedrigen Zinsen stabil", bewertet bevh-Präsident Gero Furchheim die Entwicklung. "Die Umsatzsteigerung ist eine Abstimmung per Maus-Click: E-Commerce und Versandhandel stehen für mehr Auswahl, Service und modernes Einkaufserlebnis", so Furchheim weiter.

Die beliebtesten Warengruppen im Web

Im Jahr 2015 war das Segment Bekleidung die unangefochtene Nummer eins der Warengruppen. Mit einem E-Commerce-Umsatz von 10.016 Millionen Euro verzeichnet dieses Warensegment ein Plus um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2014: 8.497 Millionen Euro). Auf dem zweiten Rang platzieren sich Elektro- und Telekommunikationsartikel mit einem Umsatz von 7.554 Millionen Euro (2014: 5.678 Millionen Euro; Plus 33 Prozent). Komplettiert wird das Podium der Top drei Sortimentbereiche durch Bücher und E-Books mit einem Umsatz in Höhe von 3.613 Millionen Euro (2014: 3.929 Millionen Euro; Minus acht Prozent).

Aber nicht nur bei Büchern ist ein Absatzrückgang spürbar. Die Warengruppe der Bild- und Tonträger verzeichnet mit Umsätzen von nur 1.824 Millionen Euro im Web einen Rückgang von minus 20 Prozent (2014: 2.279 Millionen Euro).

Kategorien mit starken Umsatzzuwächsen

Das Segment Möbel, Lampen und Dekoration hat sein angekündigtes Wachstumspotenzial 2015 erfüllt und einen Umsatz in Höhe von 2.674 Millionen Euro generiert. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2014: 2.316). Ebenso erzielten auch Lebensmittel mit einem Umsatz von 736 Millionen Euro (2014; 618 Millionen Euro) ein Plus von 19 Prozent. Die Warengruppe des Tierbedarfs kann allerdings für das Jahr 2015 das größte Wachstum vorweisen. Zwar macht der Bereich mit einem Umsatz von 842 Millionen Euro noch einen kleinen Teil im E-Commerce aus, allerdings scheint es hier mit einem Umsatzwachstum von 74 Prozent (2014: 485 Millionen Euro) großes Potenzial zu geben.

Händler im E-Commerce

Online-Marktplätze generieren einen Umsatz von 24.950 Millionen Euro (2014: 23.907 Millionen Euro; Plus vier Prozent) - und damit mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes im E-Commerce. Versender, die auf das Multichannel-Konzept gesetzt haben, verzeichneten 2015 einen Umsatz in Höhe von 13.976 Millionen Euro (2014: 11.309 Millionen Euro; Plus 27 Prozent). Gefolgt von den Internet Pure Playern mit einem Umsatz von 6.308 Millionen Euro (2014: 5.935 Millionen Euro; Plus sechs Prozent).

Ausblick auf 2016

Der bevh prognostiziert für das Jahr 2016 ein Umsatzplus von vier Prozent auf 54,5 Milliarden Euro im Interaktiven Handel. Für den E-Commerce schätzt der Bundesverband ein Plus von 12 Prozent auf 52,5 Milliarden Euro.

"Mit Blick auf die Marktlage, die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das noch nicht ausgeschöpfte Wachstumspotenzial bestimmter Warengruppen gehen wir weiterhin von einem überdurchschnittlichen Wachstum des Online- und Versandhandels gegenüber dem gesamten Einzelhandel aus", prognostiziert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.  

Studiendesign und Methodik

Von Januar bis Dezember 2015 wurden 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter von über 14 Jahren telefonisch und per Onlinefragebogen zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt.


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