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Halbjahresbilanz Markt für Unterhaltungselektronik stabilisiert sich

Dziewul/Shutterstock.com
Dziewul/Shutterstock.com

Der Markt für Unterhaltungselektronik ist in Deutschland zwar immer noch rückläufig, doch insbesondere im zweiten Quartal gibt es spürbare Erholungstendenzen.

Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik hat sich im ersten Halbjahr 2016 relativ stabil gehalten und lief zugleich besser als zu Jahresbeginn. Mit 12,2 Milliarden Euro verzeichnete die Branche in Deutschland einen Umsatzrückgang von 2,3 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 2,5 Prozent. Insgesamt fiel das Ergebnis aber deutlich besser aus als im ersten Quartal (minus 6,6 Prozent), wie aus dem am Montag veröffentlichten Cemix-Index hervorgeht.

Vor allem das Geschäft mit TV-Geräten erholte sich dank der Fußball-Europameisterschaft. Nach langer Durststrecke verzeichnete der Bereich ein Plus von 4,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das sportliche Großereignis sei ein wesentlicher Kaufimpuls gewesen, hieß es. Insgesamt wurden zwischen Januar und Juni 3,3 Millionen TV-Geräte verkauft.

Der Umsatz mit Smartphones, die lange ein Zugpferd waren, ging dagegen zurück. Mit 4,3 Milliarden Euro waren die Erlöse ein Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Mit 10,7 Millionen Stück wurden 5,5 Prozent weniger Geräte verkauft.

Weltweit ergibt sich hier indes ein anderes Bild: Vor allem neue Konsumenten in Wachstumsmärkten - insbesondere in ländlichen Regionen Chinas - trieben das Smartphone-Wachstum im zweiten Quartal an, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte. Die Forscher haben daher ihre Prognose für den globalen Smartphone-Markt in diesem Jahr angehoben: Der Umsatz soll nun auf 426 Milliarden US-Dollar wachsen. Das wären fünf Prozent mehr als 2015.

Verkauft werden sollen in diesem Jahr weltweit rund 1,4 Milliarden Geräte. Inzwischen verkauften sich vor allem mittelteure und teure Smartphones wieder besser und hätten den bisherigen Trend zu Marktanteilgewinnen im Niedrigpreissegment (unter 100 US-Dollar) abgelöst.

IT-Hardware bleibt Sorgenkind

Wendet man den Blick wieder auf den deutschen Markt, sackte den Zahlen aus dem Cemix-Index zufolge im ersten Halbjahr das Geschäft mit Desktop-PCs (minus 30,3 Prozent), Tablet-PCs (minus 11,3 Prozent) und mit Notebooks (minus 5,7 Prozent) ab.

Für das zweite Quartal ermittelten die Marktforscher von Gartner allerdings einen kräftigen Zuwachs von sieben Prozent im Jahresvergleich. Demnach wurden 2,2 Millionen PCs in Deutschland ausgeliefert. Deutschland sei das einzige westeuropäische Land, das in diesem Segment Wachstum verzeichnen konnte, heißt es bei Gartner.

Während die Zahl der ausgelieferten Desktop-PCs demnach um sieben Prozent sank, legten laut Gartner Standard-Notebooks und ultramobile Geräte um 17 Prozent zu. Zudem habe es erste Ansätze gegeben, dass Unternehmen ihre PCs durch neue Geräte mit Windows 10 ersetzten, erklärte Gartner-Analystin Meike Escherich. Die größten Zuwächse erzielten HP, Lenovo und Acer mit einem Wachstum von jeweils 53,1, 11,8 und 49,0 Prozent.

Für das gesamte Jahr erwarten Marktforscher eine stabile Entwicklung auf Vorjahresniveau. Wesentliche Geschäftsimpulse erhofft man sich erneut von dem Branchen-Großereignis IFA (2. bis 7. September in Berlin). Die IFA sei die bedeutendste Ordermesse mit einem Ordervolumen von zuletzt mehr als 4,35 Milliarden Euro, hieß es.

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