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Werbeausgaben für 2020 Marketer wollen Budget im Schnitt um 374.000 Euro erhöhen

Marketing-Verantwortliche planen eine Budget-Erhöhung für 2020 - im Schnitt um 374.000 Euro.

shutterstock.com/Givaga

Marketing-Verantwortliche planen eine Budget-Erhöhung für 2020 - im Schnitt um 374.000 Euro.

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Drei Viertel der deutschen Marketer wollen ihre Budgets für das nächste Jahr erhöhen, so eine Studie von Rakuten Marketing. Auch die Mediaagentur Jom sagt für den deutschen Werbemarkt 2020 ein leichtes Plus voraus, getrieben durch die digitalen Werbekanäle.

Drei Viertel (76 Prozent) der deutschen Werbungtreibende wollen ihre Budgets für das nächste Jahr erhöhen - und zwar um durchschnittlich 374.000 Euro. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Affiliate-Netzwerks Rakuten Marketing unter 600 Marketer im Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland.

Die Gelder kommen dabei vor allem aus dem Fashion-Segment: Mainstream-Mode verzeichnet mit knapp 460.000 Euro den größten Budget-Anstieg, darauf folgt der Einzelhandel mit 409.000 Euro. Dicht dahinter liegt die Finanzbranche mit 406.000 Euro.

Die geringsten Mehrausgaben (153.000 Euro) möchten Marketer in der Reisebranche tätigen. Luxusmode (362.000 Euro) und Unterhaltungselektronik (336.000 Euro) bilden das Mittelfeld der untersuchten Branchen.

Trends und Verschwendungen

Künstliche Intelligenz und andere technische Hilfsmittel und Tools für das Marketing sind dabei mit 52 Prozent die wichtigsten Investitionsfelder für die Befragten.

Im Vergleich dazu sind 38 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass fehlende Technologie für den größten Teil von verschwendetem Budget verantwortlich ist. Es folgen fehlende Daten (35 Prozent) und mangelnde Einblicke in die Performance des Unternehmens.

Populäre Kanäle

Am meisten Geld soll im kommenden Jahr in die Kanäle "Social" (36 Prozent), "Influencer Marketing" mit 29 Prozent und "In-App" mit 28 Prozent fließen.

Traditionelle Kanäle verlieren dagegen an Bedeutung: 34 Prozent der deutschen Marketer denken, dass E-Mail-Marketing zur Verschwendung von Budget führen kann.

Bedrohungen und Herausforderungen

Trotz des allgemeinen Optimismus gibt es für die deutschen Werbungtreibenden im kommenden Jahr auch Bedrohungen: Mit 41 Prozent führt dabei die Furcht vor einem härteren Wettbewerb. Auf dem zweiten Platz (38 Prozent) folgt die Qualität der Platzierung und Sichtbarkeit von Anzeigen. 35 Prozent der Befragten in Deutschland betrachten indes die DSGVO sowie Datenschutz allgemein als Bedrohung.

Die größte Herausforderung bleibt für 44 Prozent der Umfrageteilnehmer die Neukundenakquise. Darauf folgt mit 42 Prozent das Thema Innovation im Marketing und auf Platz die bessere Datennutzung (38 Prozent).

Werbemarkt-Prognose für 2020

Auch die Jom Group hat sich indes mit dem deutschen Werbemarkt auseinander gesetzt. Ihrer Einschätzung nach soll es im kommenden Jahr wieder ein leichtes Wachstum von etwa 0,5 Prozent geben. Für das laufende Jahr geht die Mediaagentur aktuell nur noch von einem unveränderten Niveau der Netto-Werbeerlöse im Vergleich zum Vorjahr aus. Nach Berechnungen von Jom wird ein Marktvolumen von etwa 24 Milliarden Euro damit erst 2020 erreicht.

Die Erlöse klassischer, nicht digitaler Medien werden 2020 dabei das zehnte Jahr in Folge weiter sinken.

Für das leichte Plus des Gesamtmarktes sorgen indes erneut die digitalen Werbekanäle - vor allem Werbung auf mobilen Devices und das gesamte Feld der digitalen Videowerbung. Hier soll es Wachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent geben. Über alle digitalen Werbeformen steigen die Netto-Werbeerlöse damit im kommenden Jahr um etwa sechs Prozent.

In Summe bleibt das Wachstum des Werbemarktes allerdings auch 2020 leicht hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück, so Jom. "Die privaten Konsumausgaben werden aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr die deutsche Wirtschaft stützen und sie sind zeitgleich von hoher Relevanz für die Werbeinvestitionen der Unternehmen hierzulande. Kommt dieser Pfeiler ins Wanken, dürfte die Werbekonjunktur ins Minus drehen. Unserer Einschätzung nach wird der Markt 2020 in positive wie in negative Richtung sensibler auf konjunkturrelevante Faktoren reagieren", so Volker Neumann, Managing Director Jom.

Unter Berücksichtigung der Leistungsentwicklung sollen die durchschnittlichen Preissteigerungen der Medien im kommenden Jahr bei etwa vier Prozent liegen. Die maßgeblichen Treiber seien hier TV und Publikumszeitschriften.

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