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Internationaler Vergleich

IT-Dienstleister im Ausland wachsen schneller

Shutterstock.com/watcharakun
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Was zeichnet IT Service Provider der DACH-Region aus, was die Konkurrenz im Ausland nicht zu bieten hat? Eine Studie vergleicht - und stellt den deutschsprachigen Anbietern ein gutes Zeugnis aus.

Neben vielen Gemeinsamkeiten, die die IT-Dienstleister aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verbinden, offenbaren die Branchenvertreter auch deutliche Unterschiede in Bezug auf Geschäftsstrategien, Arbeitsprozesse und aktuelle Trends. Das ergab eine Erhebung von Autotask, für die der Software-Anbieter IT Service Provider aus der DACH-Region sowie dem - vorrangig US-amerikanischen - Ausland befragt hat.

Deutlich mehr Umsatz

Demnach stehen die Zeichen in der Informationstechnik-Branche auf Wachstum: 72 Prozent der Dienstleister in DACH erwarten für das laufende Jahr bis zu 25 Prozent mehr Umsatz als 2013, elf Prozent der Befragten gehen sogar von einer noch höheren Steigerungsrate aus. Folglich planen auch 37 Prozent, mehr Mitarbeiter neu einzustellen als im Vorjahr, jedes fünfte Unternehmen setzt auf Outsourcing.

Im Vergleich mit dem Ausland können die deutschsprachigen Firmen hier allerdings nicht mithalten: Dort rechnet jeder dritte Dienstleister mit mindestens 25 Prozent Umatzwachstum, 47 Prozent wollen mehr Personal einstellen als im Vorjahr und jeder vierte Befragte setzt auf Outsourcing.

Einheitlich fällt das Ergebnis dagegen beim Thema Managed Services aus: Sowohl international als auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen in diesem Bereich die größten Wachstumspotenziale für neue Verträgsabschlüsse.

Nachholbedarf bei Cloud-Services

Gravierende Unterschiede zeigen sich wiederum bei einem Trendthema: Während die Cloud in DACH bislang bei nur 26 Prozent der IT-Dienstleister die Nachfrage steigert, ist dies international bereits bei 63 Prozent der Befragten der Fall - ein Indiz für das stärkere Wachstum der Anbieter im Ausland. Dass der Megatrend Cloud aber auch in den deutschsprachigen Märkten weiter an Fahrt aufnimmt, zeigt sich an den Vertragsmodellen: 2013 rangierten Cloud Services den Befragten zufolge in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz fünf der wachstumsstärksten Verträge, in diesem Jahr ist es bereits der dritte Platz.

Ein weiteres Thema, das derzeit diskutiert wird, heißt Sicherheit. In DACH wie auch international spielt der Bereich eine immer wichtigere Rolle bei den Kunden - und dadruch bei den IT-Dienstleistern: 66 Prozent der Kunden im deutschsprachigen Raum wollen mehr in Sicherheit investieren, international sind es immerhin 54 Prozent.

Abrechenbare Arbeitszeit nicht erfasst

Ausgerechnet im Hinblick auf Effizienz und Sorgfalt zeigt sich bei den deutschsprachigen IT-Dienstleistern deutliches Optimierungspotenzial: 14 Prozent der Unternehmen verfolgen die abrechenbare Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter überhaupt nicht nach - das sind doppelt so viele wie international. Zudem verlieren die Hälfte der Befragten jeden Monat bis zu 20 Stunden aufgrund ineffizienter Prozesse, die vermeidbar sind, und verschenken damit Umsätze, die bis in den seschsstelligen Euro-Bereich pro Jahr gehen können.

Wunsch und Wirklichkeit liegen in diesem Bereich hierzulande und international ungefähr gleich weit auseinander: In den deutschsprachigen Ländern streben 45 Prozent der Befragten eine abrechenbare Arbeitszeit ihrer techniker von mehr als 81 Prozent an, doch nur 20 Prozent erreichen diese Quote. International liegen betragen diese Werte 41 Prozent beziehungsweise 18 Prozent.

"Die deutschsprachigen IT-Dienstleister überzeugen mit starken Wachstumszahlen und haben bei Kennzahlen wie der SLA-Einhaltungsquote im internationalen Vergleich klar die Nase vorn", erklärt Fanni Szabo, Geschäftsführerin der Münchner Autotask. "Auch im Hinblick auf die Geschäftsmodelle sind sie auf einem zukunftsträchtigen Weg."

Wie gut auch immer die deutschsprachigen Dienstleister sein mögen, den passenden Service Provider fürs eigene Geschäft zu finden, bleibt eine Herausforderung. Grundvoraussetzung für die richtige Wahl ist, dass der Auftraggeber seine eigenen Bedürfnisse mit den entsprechenden Lösungsvarianten abgleicht. Welche Fragen Unternehmen zum Beispiel vor der Zusammenarbeit ihrem potenziellen Hoster stellen sollten, erläutert Holger Gerlach, Managing Director bei Verio Europe.

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