INTERNET WORLD Business Logo Abo

Suchmaschinenoptimierung Guter Content ist Ranking-Faktor Nummer eins

Shutterstock.com/Ellagrin
Shutterstock.com/Ellagrin

Wie bewertet Google Deutschland die Content-Qualität von Webseiten? Und welche Konsequenzen hat das für die SEO? Dieser Frage ist der Dienstleister Searchmetrics nachgegangen.

Wer mit seinem Online-Angebot in der organischen Suche möglichst weit oben gelistet werden möchte, benötigt vor allem qualitativ hochwertige Inhalte, die den Nutzern viele Möglichkeiten bieten - und dadurch auch für Google attraktiv erscheinen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Dienstleisters Searchmetrics zu den "Ranking-Faktoren 2014".

Demnach behandelt hochwertiger Content ein Thema sehr viel umfassender als qualitativ weniger gut gemachte Inhalte und ist zudem leicht verständlich geschrieben. Wenig überraschend weisen Websites mit solchen Merkmalen auch bessere User-Signale auf - etwa höhere Klickraten und eine längere Verweildauer der Besucher auf der Site. Außerdem zeichnen sich solche Online-Angebote durch kürzere Ladezeiten und gut organisierte interne Links aus.

Google versteht die Absicht des Nutzers

"Die Änderung des Algorithmus von Googles Kolibri hat bewirkt, dass Suchmaschinen mittlerweile ein sehr viel besseres Verständnis für die Suchabsicht und die Bedeutung einer Suchanfrage entwickelt haben. Und das wiederum verbessert auch die Selektion und Anzeige relevanter Suchergebnisse", erklärt Marcus Tober, Gründer und Geschäftsführer von Searchmetrics.

Suchmaschinenoptimierung werde also immer mehr zu einer ganzheitlichen Disziplin. "Es reicht längst nicht mehr aus, für ein einzelnes Keyword zu ranken und zu optimieren - Content muss immer öfter für ganze Themensegmente relevant sein und mehrere Bereiche abdecken", so Tober. Weit vorn gelistete Seiten weisen im Schnitt mehr Text und auch eine höhere Anzahl an Medienintegrationen auf als noch 2012 und 2013.

Die Sonderrolle von Marken-Websites

Das Motto "Keine Regel ohne Ausnahme" scheint allerdings auch hier zu gelten: Brand-Websites ranken selbst dann unter den Top-Positionen, wenn sie die für andere Angebote wohl maßgebenden Kriterien nicht erfüllen. Offenbar nehmen Marken eine Sonderrolle ein und werden von Google bevorzugt. Dabei unterscheidet die Studie, die Searchmetrics seit 2012 jährlich durchführt, in diesem Jahr erstmals zwischen Nischen- und großen Brands sowie Wikipedia als eigener Marke.

"Während für Nicht-Brands die Anforderungen sehr hoch sind, um überhaupt auf der ersten Position zu ranken, scheint die Top-Suchposition für bestimmte Anfragen per se für große bekannte Marken reserviert zu sein", erklärt Tober. "Hierbei scheint es jedoch den Trend zu geben, dass kleinere Domains, die auf Nischen spezialisiert sind, in ihrem Themenbereich sogar teilweise vor den großen Brands ranken."

Wer an der Technik spart, verliert

Hinsichtlich ihrer technischen Merkmale unterscheiden sich die Seiten auf den Positionen eins bis 30 nur sehr wenig, allerdings gelte es, die Ergebnisse richtig zu interpretieren, so Tober: "Eine gute technische Seitenstruktur zählt mittlerweile zu den absoluten SEO-Basics. Bei Faktoren, die die technische Aufstellung einer Domain betreffen, geht es also nicht darum, ob und wie ausgeprägt Kriterien hier erfüllt sind, sondern eher der Umkehrschluss." Wer diese Faktoren nicht beachte, werde zwangsläufig nach unten rutschen in den Suchergebnissen. Wichtige Grundvoraussetzungen sind etwa schnelle Ladezeiten sowie eine gute Seiteninformationsarchitektur.

Ein weiteres maßgebliches Kriterium für das Ranking ist ein gutes Backlink-Profil. Auch hier geht wie beim Content Qualität vor Quantität. URLs, die auf den Top-Positionen gerankt werden, weisen nicht nur einen deutlich höheren Anteil an Links zu anderen Seiten auf, sie verfügen außerdem über ein "natürlicheres" Link-Profil - also größere Anteile an Backlinks mit höherer SEO-Visibility, Stopwords oder mehreren Worten im Ankertext. Erfolgreiche Angebote werden beispielsweise öfter mit ihrem Domain-Namen oder auch News-Domains verlinkt.

Vorsicht bei Social Signals

Zu den Faktoren mit der höchsten Korrelation gehören darüber hinaus Social Signals. Sie werden jedoch häufig fehlinterpretiert. "Objektiv betrachtet weisen die Seiten unter den Top-Ergebnissen oft eine sehr große Zahl an Social Signals auf - sie haben also auffallend viele Shares, Likes, Comments, PlusOnes und Tweets", so Tober. "Allerdings lassen diese Korrelationen nicht automatisch Rückschlüsse auf einen tatsächlichen kausalen Zusammenhang zu."

Selbst wenn Google stets betone, Social Signals spielten keine Rolle als Ranking-Faktor, könnten sie dennoch ein guter Indikator dafür sein, was und wo neuer Content ist. Schließlich wollen Suchmaschinen relevante Inhalte liefern - und guter Content wird öfter in sozialen Netzwerken geteilt als uninteressante Inhalte.

Für die Ranking-Faktoren 2014 hat Searchmetrics im April dieses Jahres ein Set von insgesamt 10.000 informationsbasierten Top-Suchbegriffen für Google Deutschland und rund 300.000 Webseiten der Top-30-Suchergebnisse analysiert.

Wie wichtig Suchmaschinenmarketing für viele Unternehmen ist, hat dagegen Barketing IMS untersucht: laut SEO-Monitor 2013 nimmt Search Engine Optimization den höchsten Stellenwert im Marketing-Mix ein. Fünf Tipps, wie Firmen mehr Traffic über Suchmaschinen generieren können, hat zudem der Marketing-Berater Andreas Graap zusammengestellt.

Das könnte Sie auch interessieren