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Halbjahreszahlen Axel Springer profitiert vom Digital-Wachstum

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Wie in den ersten Monaten erwirtschaftete Axel Springer auch im zweiten Quartal 2014 mehr als die Hälfte digital. Insgesamt stieg der Halbjahresumsatz um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Mit einem Umsatzplus um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nun 1,44 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,35 Milliarden Euro) und einem Konzern-EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), das mit einem Plus von 10,6 Prozent sogar noch besser ausfiel, setzte Axel Springer seine positive Geschäftsentwicklung aus dem ersten Quartal auch im ersten Halbjahr 2014 fort. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte lagen die Konzernerlöse um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Dazu beigetragen haben sowohl die Bezahlangebote als auch die Vermarktungs- und Rubrikenangebote, die allesamt bei Umsatz und Ergebnis zulegen konnten.

Die digitalen Aktivitäten machten im ersten Halbjahr mehr als 51 Prozent des Konzernumsatzes aus, sie trugen zudem mehr als 65 Prozent zum EBITDA bei. "Die Effekte des laufenden Konzernumbaus sind deutlich sichtbar", so Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE. "Unser Digitalgeschäft liefert steigende Umsatz- und Ergebnisbeiträge und bleibt der zentrale Treiber für nachhaltiges profitables Wachstum." Für die Rubrikenangebote, die sich bereits jetzt positiv entwickeln, traue man sich in Zukunft sogar noch mehr zu.

Investitionen in digitale Geschäftsmodelle

Für das Gesamtjahr 2014 strebt Axel Springer nun ein Wachstum des EBITDA im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an, wobei der Konzern davon ausgeht, dass höhere Werbeerlöse und und "höhere übrige Erlöse" die voraussichtlich sinkenden Vertriebserlöse mehr als kompensieren werden. Gerade bei den Rubriken und auch Bezahlangeboten sei mit Zuwächsen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. Bei den Vermarktungsangeboten erwartet Axel Springer ein EBITDA, das sich auf Vorjahresniveau bewegt - unter anderem aufgrund geplanter Aufwendungen für den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle.

Bereits im ersten Halbjahr trieb das Unternehmen die Digitalisierung voran, die Pro-forma-Erlöse der digitalen Medien erhöhten sich auf 760,5 Millionen Euro, was einem organischen Wachstum von 8,2 Prozent entspricht (Vorjahr: 702,7 Millionen Euro). Auch bei den Auslandserlösen spielte die zunehmende Digitalisierung des internationalen Geschäfts eine wichtige Rolle: Im ersten Halbjahr 2014 erwirtschaftete Axel Springer 42,4 Prozent der Gesamterlöse in internationalen Märkten. Die Auslandserlöse stiegen in den Monaten Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,0 Prozent auf nun 609,7 Millionen Euro.

Die Werbeerlöse legten in ähnlichem Umfang zu, nämlich um 8,8 Prozent auf 855,3 Millionen Euro. Auch in diesem Segment profitierte Axel Springer von der positiven Entwicklung der digitalen Aktivitäten, die rund drei Viertel (72,8 Prozent) der Werbeerlöse erwirtschafteten. Während die Vertriebserlöse - unter anderem bedingt durch Konsolidierungseffekte aufgrund der Veräußerung französischer Printtitel - um 4,4 Prozent auf 364,7 Millionen Euro zurückgingen, nahmen auch die übrigen Erlöse zu. Zur Steigerung um 17,5 Prozent auf 216,7 Millionen Euro trugen insbesondere die Bezahl- und Vermarktungsangebote bei. 

Umsatztreiber Digitalgeschäft

Das Segment Bezahlangebote schnitt zwischen Januar und Juni 2014 um 2,8 Prozent besser ab als im ersten Halbjahr 2013 und erwirtschaftete einen Umsatz von 760,2 Millionen Euro. Die Vertriebserlöse des Segments gingen um 4,4 Prozent auf 364,7 Millionen Euro zurück. Die Werbeerlöse der Sparte legten um 0,5 Prozent zu, auf nun 329,4 Millionen Euro. Neben der "Bild"-Sonderausgabe zur Fußball-WM haben dazu vor allem höhere Werbeerlöse aus digitalen Medien beigetragen.

Das EBITDA der Bezahlangebote erhöhte sich um 6,1 Prozent auf 132,7 Millionen Euro. Maßgeblichen Anteil daran hatten die neu konsolidierten Gesellschaften N24 und des App-Herstellers Runtastic, an dem Axel Springer im Herbst 2013 die Mehrheit von 50,1 Prozent der Anteile übernommen hatte.

Der Umsatz der Vermarktungsangebote kletterte im ersten Halbjahr um 9,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 370,8 Millionen Euro. Getrieben von Zuwächsen im Performance Marketing und in der Reichweitenvermarktung erzielten die Werbeerlöse des Segments ein Plus von 7,5 Prozent auf 307,3 Millionen Euro. Die übrigen Erlöse legten um 20,6 Prozent auf 63,5 Millionen Euro zu, wobei das Wachstum überwiegend im Bereich Reichweitenvermarktung generiert wurde. Das EBITDA des Segments stieg trotz höherer Aufwendungen für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle um 3,8 Prozent auf 55,3 Millionen Euro.

In der ersten Jahreshälfte erzielte das Segment Rubrikenangebote ein Umsatzwachstum von 15,0 Prozent auf 226,6 Millionen Euro. Hier wirkten sich sowohl die positive operative Geschäftsentwicklung als auch Konsolidierungseffekte aus der Einbeziehung der Saongroup, der YourCareerGroup und erstmalig auch von Yad2 aus. Bereinigt um diese Effekte lag der Erlösanstieg bei 7,4 Prozent. Die Werbeerlöse nahmen um 17,1 Prozent auf 218,6 Millionen Euro zu. Das EBITDA des Segments erhöhte sich deutlich um 24,6 Prozent auf 101,0 Millionen Euro.

Der Umsatz im Segment Services/Holding nahm im Berichtszeitraum um 2,7 Prozent auf 79,1 Millionen Euro zu. Das EBITDA des Segments belief sich auf minus 22,9 Millionen Euro.

Das Thema Online-Vermarktung beschäftigt Axel Springer derzeit auch vor Gericht. Ebenso wie RTL Interactive und ProSiebenSat.1 hat der Konzern im Juli 2014 am Landgericht München Klage gegen die Eyeo GmbH eingereicht, die den Werbeblocker Adblock Plus betreibt.

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