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Marketing-Trends 11.01.2016
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Marketing-Trends 11.01.2016

Zahlen zum E-Commerce

Amazon, eBay und Otto dominieren den Online-Handel

Shutterstock.com/Sarawut Aiemsinsuk
Shutterstock.com/Sarawut Aiemsinsuk

Welche Händler dominieren den Online-Handel und wie können Konsumenten im Web zum Kauf bewegt werden? Antworten liefern Zahlen von Similar Web.

Fast 4,8 Milliarden Mal besuchten deutsche Konsumenten im vergangenen Jahr einen der zehn reichweitenstärksten Online-Shops. Ganz vorne liegen mit 2,1 Milliarden Visits Amazon.de und mit 1,9 Milliarden Visits eBay.de. Das zeigen aktuelle Zahlen der Social-Commerce-Gruppe Pepper.com auf Basis einer Analyse von Similar Web.
 
Auf dem dritten Rang 2015 nach Amazon und eBay liegt - etwas abgeschlagen - Otto.de mit insgesamt 214,6 Millionen Visits. Für Pepper.com bestätigt das dennoch eine klare Vorliebe deutscher Konsumenten: Beim Online-Shopping setzen Verbraucher hierzulande vor allem auf Vollsortimenter.

Die beliebtesten Produkte und Nischen-Shops

Sehr beliebt waren im vergangenen Jahr Elektronik-Produkte und Mode. Dementsprechend finden sich mit Mediamarkt.de (Platz sechs, 88,08 Millionen Besuche) und Conrad.de (Platz acht, 66,16 Millionen Besuche) gleich zwei Elektronik-Händler unter den Top Ten. Zalando.de liegt als reichweitenstärkster Mode-Shop mit 95,32 Millionen Visits auf Platz fünf.

Aber auch Nischen-Shops können zu einer gewissen Größe finden: Thomann etwa, ein Händler von Musik-Instrumenten und -Zubehör, rangiert mit 102,7 Millionen Visits in 2015 noch vor Zalando auf Platz vier. Und das Couponing-Portal Groupon.de zählte als Siebtplatzierter 84,9 Millionen Visits in 2015 während Dawanda.com, ein Marktplatz für Selbstgemachtes und Unikate, mit 62,5 Millionen Visits auf dem zehnten Platz liegt.

Markenbekanntheit lohnt sich

Interessant sind auch die Zahlen, die zeigen, wie sehr Amazon, eBay und Groupon beim Kampf um Kunden im vergangenen Jahr von ihrer Markenbekanntheit profitiert haben: 60,6 Prozent der Groupon.de-, 54,7 Prozent der eBay.de- und 49,1 Prozent der Amazon.de-Besucher haben die jeweilige Seite im letzten Jahr direkt angesteuert. Alle drei Portale lagen damit über beziehungsweise etwa im Durchschnitt von 50,73 Prozent.

Nur jeder Hundertste Besuch kommt durch Klick auf Werbebanner zustande

Insgesamt konnten die zehn führenden Online-Shops 2015 4,8 Milliarden Besuche verzeichnen. Die wichtigsten Traffic-Lieferanten waren nach "Direct Type ins" externe Seiten (Referrals): 22,6 Prozent der Konsumenten recherchierten vor dem Besuch eines Online-Shops im Internet. Die zehn führenden Online-Shops gewannen durch Links auf externen Seiten 1,1 Milliarden Visits.

Auch Suchmaschinen wie Google oder Bing spielen im Rahmen der Customer Journey eine wichtige Rolle. 22,1 Prozent der User sucht Similar Web zufolge vor dem Besuch eines Online-Shops nach Informationen zu Produkten, einer Produktkategorie oder einer Marke. Google und Bing trugen so im letzten Jahr 1,1 Milliarden Visits zur Reichweite der zehn größten Online-Shops bei, 883,7 Millionen über organische Suchergebnisse und 171,9 Millionen über bezahlte Anzeigen.

Vor allem bei Elektronikartikel, die meist hochpreisiger sind, setzen Konsumenten auf die Recherche per Online-Suche: Media Markt und Conrad etwa generierten im vergangenen Jahr 41,2 beziehungsweise 40,6 Prozent ihres Traffics dank Suchmaschinenmarketing.

Google hat erwartungsgemäß an den 1,1 Milliarden durch Suchmaschinen vermittelten Besuchen den Löwenanteil. 96,7 Prozent der durch bezahlte Suchmaschinenwerbung generierten Visits entfielen 2015 auf Google während Yahoo einen Anteil von nur 3,3 Prozent hatte.

Social Media nur wenig Einfluss

Interessanterweise waren soziale Netzwerke im vergangenen Jahr der Analyse nach kaum von Bedeutung für die führenden Online-Shops: Facebook, Youtube, Twitter und Co trugen im Schnitt 2,8 Prozent zur Summe der Besuche bei. Ausreißer ist Dawanda.com, das im letzten Jahr 9,6 Prozent seiner Reichweite mithilfe sozialer Medien generiert hat. Es gibt aber auch negative Ausnahmen: Lediglich 0,9 Prozent der Besucher von Otto.de und 0,7 Prozent der Besucher von Conrad.de ließen sich 2015 beispielsweise in sozialen Netzwerken zum Besuch eines Online-Shops inspirieren.

Facebook lieferte dabei im ersten Halbjahr 2015 einen Anteil von 73,9 Prozent, im zweiten Halbjahr sogar 75,9 Prozent. Auf Platz zwei liegt Youtube (12,9 Prozent im Jahresmittel), auf den Rängen drei und vier Reddit (4,0 Prozent) und Twitter (2,1 Prozent). Pinterest - oft als Hoffnungsträger des Social Commerce bezeichnet - liegt mit 0,5 Prozent auf Platz sechs.

Kaum Bedeutung für Newsletter- und Display-Marketing

Wenig erfolgreich sind den Similar-Web-Zahlen nach Newsletter und Werbebanner, um Konsumenten zum Besuch eines Online-Shops zu motivieren: Im Durchschnitt haben die zehn reichweitenstärksten Online-Shops 2015 1,2 Prozent ihrer Besucher über Newsletter gewonnen. Einzig Dawanda.com (2,7 Prozent) und Groupon.de (1,5 Prozent) lagen über dem Durchschnitt. Bei Otto.de (0,73 Prozent) und den Elektronikhändlern Mediamarkt.de (0,5 Prozent) und Conrad.de (0,6 Prozent) fiel der Anteil der über Newsletter gewonnenen Kunden hingegen kaum ins Gewicht.

Noch schlechter performt Display-Werbung. Im Durchschnitt kam nur etwa jeder Hundertste Besuch (1,4 Prozent) durch einen Klick auf einen Werbebanner zustande. Ausnahme ist Groupon.de, das letztes Jahr 10,6 Millionen Besucher und damit 12,5 Prozent seiner Reichweite durch Display-Marketing gewonnen hat. Negativ fallen Amazon.de und eBay.de auf: Sie generierten 2015 gerade einmal 0,4 beziehungsweise 0,2 Prozent ihrer Reichweite durch Display-Marketing.

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