INTERNET WORLD Logo Abo
Udo Müller

1. Halbjahr 2016 Ströer: Starke Zahlen dank T-Online-Zukauf

Ströer-CEO Udo Müller hofft auf einen Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro für 2016

Ströer

Ströer-CEO Udo Müller hofft auf einen Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro für 2016

Ströer

Ströer kann gute Zahlen für das erste Halbjahr 2016 vorweisen, lediglich im digitalen Segment drücken die vielen Investitionen die Gewinnmarge ein wenig.

Ströer kauft und kauft und kauft und legt dennoch beeindruckende Zahlen für das erste Halbjahr 2016 vor: Der größte Digital-Vermarkter in Deutschland konnte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres seinen Umsatz von 363,4 Millionen Euro auf 502,3 Millionen Euro steigern. Maßgeblich verantwortlich für das Plus von 38,2 Prozent ist die im November 2015 vollzogene Akquisition von T-Online. Das organische Umsatzwachstum liegt bei 8,7 Prozent.
 
Das Operational EBITDA wuchs im selben Zeitraum um 46 Prozent auf 114,6 Millionen Euro. Auch das bereinigte EBIT stieg - und zwar um 69 Prozent auf 75,9 Millionen Euro. Das bereinigte Halbjahresergebnis kletterte um 79 Prozent nach oben auf 60,6 Millionen Euro.
 
"Wir verzeichnen starke Umsatz- und Gewinnzuwächse, welche nicht nur auf unser organisches Wachstum, sondern auch auf unsere wertsteigernden Akquisitionen zurückzuführen sind", betont Udo Müller, Vorstandsvorsitzender von Ströer. "Auf Basis der positiven Geschäftsaussichten bestätigen wir unsere aktuelle Guidance von mehr als 280 Millionen Euro EBITDA bei einem Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro für 2016."

Digitales Geschäftssegment

Spannend beim Blick auf die einzelnen Geschäftssegmente ist natürlich der Digital-Bereich. Hier stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2016 von 88,2 Millionen Euro auf 210,3 Millionen - auch hier ist der Anstieg maßgeblich auf T-Online zurückzuführen. Das organische Wachstum lag bei zehn Prozent. Auch Investitionen in digitale Geschäftsmodelle wie Statista und stayfriends hätten zu der Umsatzentwicklung beigetragen.
 
Auf Gewinn-Seite drücken die Ausgaben natürlich, wie Ströer selbst einräumt. Hier lag die Operational EBITDA Marge bei "nur" 25,6 Prozent - im Vergleich zu 27,2 Prozent im Vorjahr. Grund hierfür seien eben die Investitionen in den Aufbau schnell wachsender Geschäftsmodelle gewesen.

Im Geschäftsjahr 2015 hatte Ströer einen Umsatz in Höhe von 824 Millionen Euro erwirtschaftet.

Zuletzt hatte Ströer arg zu kämpfen: Grund dafür war der US-Investor Carson Block. Block, der vor allem mit Angriffen auf chinesische Unternehmen zu zweifelhaftem Ruf gelangt war, äußerte in einer 60-seitigen Studie seiner Investmentgesellschaft Muddy Waters massive Zweifel an der Bilanzierung und der Unternehmensführung von Ströer. Die Reaktion darauf war im April dieses Jahres gewaltig: Der Aktienkurs brach innerhalb von wenigen Minuten um fast ein Drittel (29 Prozent) ein. Das war der größte Kurssturz seit dem Börsengang von Ströer 2010.

Das könnte Sie auch interessieren