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Weniger Originalproduktionen Umwälzungen bei YouTube und Netflix

shutterstock.com/adike
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YouTube will trotz des Erfolgs seiner Eigenproduktionen zwei seiner Originalserien nicht mehr weiterdrehen. Und Netflix hat sein komplettes Marketingteam für Markenwerbung entlassen.

Netflix und Amazon sind in ihrem Streaming-Angebot mit ihren Eigenproduktionen besonders erfolgreich. Auch bei Golden Globes und Oscars haben die Streaming-Plattformen in den letzten Jahren abgeräumt. Angesichts dieser Tatsache erstaunt YouTube derzeit mit der Ankündigung, mehrere Eigenproduktionen einstellen zu wollen. Die beiden größten Eigenproduktionen "Origin" und "Overthinking with Kat & June" werden abgesetzt. Neue Ideen für eigenproduzierte Inhalte will YouTube gar nicht mehr erst annehmen, berichtet Bloomberg.

Ganz wolle sich YouTube jedoch nicht aus dem Geschäft mit eigenen Videoinhalten zurückziehen. So betonte das Unternehmen, man habe lediglich die beiden genannten Originalproduktionen abgesetzt; mehrere andere Shows seien aber durchaus noch in der Entwicklung, so The Verge

Interessant ist das Timing der News: Denn Apple hat gerade seinen Streaming-Dienst mit Eigeninhalten ankündigt: Ein Budget von bis zu zwei Milliarden US-Dollar für Originalinhalte von etablierten Hollywood-Stars von Oprah Winfrey bis Chris Evans ist dafür veranschlagt. Und der iPhone-Hersteller möchte auch Shows von US-amerikanischen Drittanbietern wie HBO, Showtime und Starz ausstrahlen.

YouTube dagegen will sich nun wohl wieder auf Musik konzentrieren: Auf der Premium-Plattform YouTube Red wolle man den Schwerpunkt auf Musik legen und dabei auch Shows über neue Musiker in Auftrag geben. Musikvideos gibt es weiter bei YouTube - aber in Zusammenarbeit mit YouTube-Creators sollen auch 'selbstgemachte', Musik-orientierte Inhalte produziert werden.

Netflix entlässt Marketingteam

Veränderungen dürften übrigens auch bei Netflix anstehen. Wie Adweek jetzt feststellt, hat Netflix sein Marketingteam für Markenwerbung aufgelöst. Das Team war bisher für die Marketingmaßnahmen für Netflix-Eigenproduktionen und die Netflix-Marke als solche zuständig. Die Team-Auflösung folgt der Kündigung von CMO Kelly Bennett. Brancheninsider vermuten, dass Netflix mit den Änderungen bereits intern auf die kommende Konkurrenz im Streaming-Markt mit neuen Playern wie Disney und Apple reagiert.

Sorgen braucht sich Netflix derzeit aber nicht zu machen: Im vierten Quartal 2018 hatte der Streaming-Platzhirsch immerhin knapp neun Millionen neue Bezahlabonnenten hinzugewinnen können.

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