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Neu mit Nutzerstrukturen AGF erweitert Streaming-Messung

Fotolia.de/Piotr Adamowicz
Fotolia.de/Piotr Adamowicz

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) erweitert die Ausweisung ihrer Streaming-Daten. Künftig werden auch Nutzerstrukturen und Zielgruppen in die Messung einbezogen.

Seit 2013 misst die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) nicht mehr nur die Nutzung von Video-Inhalten über die klassischen Empfangswege und -geräte, sondern auch über IP-basierte Dienste und Computer. Dazu zählen Mediatheken, Web-TV-Sender oder Bewegtbilder auf Internetseiten. Nun erweitert die AGF die Ausweisung dieser Streaming-Daten. Künftig werden einmal pro Monat Auswertungen nach Zielgruppen veröffentlicht. Diese erweitern dann die bisherigen wöchentlichen Hitlisten (Zensus-Daten).

Mit der Ergänzung werden jeweils die relevantesten Angebote samt demografischen Strukturen der einzelnen Publisher ausgewiesen. Sie sollen der Werbewirtschaft wichtige Informationen für die Mediaplanung liefern. Beginn der erweiterten Ausführung ist der Juni 2014.

Wie Bernhard Engel, Sprecher der Technischen Kommission der AGF erklärt, zeigten die ersten Analysen bereits deutliche Trends auf. "Auch wenn die Aussage nicht für alle Angebote gilt, so ist die Videostreaming-Nutzung doch tendenziell spitzer in ihrer Zielgruppenpositionierung als klassisches TV, da die Nutzung ganz überwiegend individuell stattfindet und der ausgleichende Effekt der gemeinsamen Nutzung mehrerer Personen vor einem TV-Gerät nicht vorhanden ist". Das heißt also: Während das lineare Fernsehen in der Regel ein breites Publikum anspricht, lassen sich die User von Video-Angeboten wesentlich genauer eingrenzen. Da die zugrundeliegenden Fallzahlen allerdings deutlich kleiner sind als im klassischen TV, können die Strukturen auch stärkeren Schwankungen als im traditionellen Fernsehen unterliegen.

Beispielauswertung "heute-show":

In der Online-Mediathek des ZDF können User auf Videos zur "heute-show" zugreifen, darunter sowohl ganze Sendungen als auch einzelne Beiträge. Insgesamt sind laut der neuen AGF-Messung im Juni dieses Jahres 82 unterschiedliche Videos genutzt worden. Abgerufen wurden diese Clips insgesamt über 410.000 Mal. Die Nutzungsdauer für diese Abrufe betrug insgesamt etwas mehr als 378,235 Millionen Sekunden.

 
Für 2015 ist die Zusammenführung der Streamingdaten mit denen aus dem Fernsehforschungspanel der AGF geplant. "Nächstes Entwicklungsziel ist es, die beiden Datenquellen Zensusmessung und Panelerhebung miteinander zu verschmelzen und sodann Metriken wie Nettoreichweite und Sehbeteiligung der Angebote zu ermitteln. Parallel arbeitet die AGF daran, die jetzigen wie zukünftige Metriken in einem Online-Tool ihren Kunden zur Verfügung stellen", so Martin Berthoud, stellvertretender Vorsitzender des AGF-Vorstands.

Die Strukturinformationen basieren auf dem Video-Streaming-Panel von Nielsen. Sie berechnen sich aus den Nutzungsdauern der einzelnen Nutzer der Angebote und verwenden somit die gleiche Berechnungsmethode, die auch im AGF Fernsehforschungspanel für die lineare Fernsehnutzung verwendet wird. Hierbei erhalten häufigere und intensivere Nutzer eines Angebots einen größeren Einfluss auf die Nutzerstrukturen als gelegentliche und flüchtige Nutzer. Somit sind erstmals Vergleiche der Nutzerschaft von linearem Fernsehen und Streamingnutzern auf methodisch einheitlicher Ebene möglich.

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