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Amazon 04.07.2018
Amazon 04.07.2018

Alexa, Siri und Co Sprachassistenten: Eine Stimme für den Shop

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Digitale Sprachassistenten gewöhnen Menschen daran, mit Spracheingabe Online-Inhalte abzurufen. Was bedeutet das für Online Shops?

Immer weniger amerikanische Eltern nennen ihre Töchter Alexa, weil Amazon zunehmend mehr smarte Lautsprecher verkauft, die auf "Alexa" hören. Deutsche Verbraucher halten sich zwar im Vergleich zu Amerikanern beim Erwerb der smarten Lautsprecher von Amazon, Google und nun auch Apple, zurück, dennoch wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Geräte auch hier in den Wohnungen und Häusern verbreiten.

Und wer sich keinen Lautsprecher mit eingebautem Mikrofon in die eigenen vier Wände stellt, nutzt die digitalen Assistenten vielleicht über sein Smartphone, das Tablet, den Fernseher oder im Auto. Denn die Sprachassistenten Alexa und der Google Assistant stecken mittlerweile in vielen Geräten.

Für wie wichtig Google die Sprachsteuerung hält, zeigt sich aktuell an der breit gestreuten Werbung für den Google Assistant. Mit Sprachbefehlen oder Spracheingabe alltägliche Dinge zu erledigen, wird der nächste Paradigmenwechsel im Web sein. In jedem Zukunftsreport werden "Voice Search" und Sprachsteuerung als die großen digitalen Trends benannt.

Weiterentwicklung zu sprachgesteuerten Verkaufsplattformen

Noch dienen die Sprachassistenten dazu, einfache Fragen nach dem Wetter und den aktuellen Nachrichten zu beantworten oder vernetzte Smart-Home-Geräte zu steuern. Beim Abrufen von Auskünften wird es langfristig jedoch nicht bleiben und sie werden sich auch zu sprachgesteuerten Verkaufsplattformen weiterentwickeln. Wer außer Amazon, Google und vielleicht Apple darüber letztlich Umsatz generieren wird und zu welchen (finanziellen) Bedingungen, ist noch offen.

Ähnlich wie in den Anfangszeiten des mobilen Internets und der mobilen Apps setzen sich aktuell vor allem große Unternehmen damit auseinander, was die Spracheingabe für ihre Webseite oder ihren Shop bedeutet, weil sie die finanziellen Mittel und die Mitarbeiter dafür haben. Für kleinere Shops dürften Sprachsteuerung und die Optimierung für Voice Search aktuell noch keine Priorität haben.

Agenturen für Suchmaschinenoptimierung springen ebenfalls auf den Voice-Zug auf. Eine häufige Empfehlung lautet, die eigene Webseite so zu optimieren, dass Google dort Stoff für "Featured Snippets" findet. Denn für die Sprachsuche sind Antworten auf W-Fragen relevant (Wer?, Was?, Wann?, Wie?, Wie viel? etc.), weil sie von den Sprachassistenten vorgelesen werden können.

Begehrte Featured Snippets

Ein "Featured Snippet", auf Deutsch "hervorgehobenes Snippet", ist ein Format auf den Suchergebnisseiten von Google. Wenn ein Nutzer in der Google-Suche ­eine ­Frage stellt, zeigt der Suchmaschinenanbieter ihm manchmal ganz oben auf der Ergebnisseite solch ein hervorgehobenes Suchergebnis an, das Featured Snippet. Es enthält eine Zusammenfassung der Antwort auf die Frage, einen Link zur jeweiligen Seite sowie den Titel und die Seiten­adresse. In der hervorgehobenen Box kann auch ­eine Liste, ein Bild oder ein Video stehen. Laut Google können Publisher ihre Webseite nicht als hervorgehobenes Snippet kennzeichnen. Der Google-Algorithmus entscheidet, was als Featured Snippet ­gezeigt wird.

SEO-Agenturen sind dennoch der ­Ansicht, dass Webseiten-Betreiber ihre ­Inhalte optimieren können, damit sie als Featured Snippet ganz oben bei Google stehen. Alexander Geißenberger, Gründer und Geschäftsführer von Xpose 360, einer Agentur für Suchmaschinen-Marketing, empfiehlt: "Um mit einem Featured Snippet zu erscheinen, sollte die Fragestellung in einem h2-Tag vor der Antwort auf Ihrer Webseite eingebunden werden, gefolgt von der eigentlichen Definition." Die Empfehlungen, wie lange die Antworten für Featured Snippets sein sollen, variieren zwischen 30 und 85 Wörtern.

Orientierung an W-Fragen

Nutzer erwarten von den Sprachassistenten schnelle Antworten auf konkrete Fragen. Für Shop-Inhalte heißt das: mehr Content, der sich an W-Fragen orientiert, zum Beispiel: Was kann ein Produkt? Wie viel kostet es? Wie unterscheidet es sich von einem anderen Produkt? Die Antworten sollten der gesprochenen Sprache möglichst nahekommen.

Fazit: Bei der Weiterentwicklung des Shops sollte über die Sprachsteuerung zumindest diskutiert werden, Stichwort "Conversational User Interface".  

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