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Musik-Streaming

Spotify startet neues Promo-Modell für Künstler und Labels

Shutterstock/David MG
Shutterstock/David MG

Der schwedische Musik-Streaming-Pionier Spotify hat ein neues Modell angekündigt, mit dem Künstler und Musik-Labels bestimmte Songs in die Playlists der Kunden bringen können. Bezahlt wird erst, wenn die Promo Erfolg hatte.

Der Algorithmus, mit dem Spotify jedem Nutzer die zu ihm passende Musik auswählt, gehört zu den Betriebsgeheimnissen des schwedischen Start-ups. Und er funktioniert in der Praxis erstaunlich gut. Jetzt hat der Streaming-Service in den USA ein neues Modell angekündigt, das Künstlern und Musik-Labels die Möglichkeit gibt, auf diesen Algorithmus Einfluss zu nehmen, das berichtet das US-Tech-Blog "Techcrunch". 

Kern des neuen Modells ist ein Label, mit dem Künstler und Musikproduzenten die Titel aus ihrem Repertoire kennzeichnen können, die sie bewerben wollen. Dieses Label führt dann dazu, dass die solchermaßen gekennzeichneten Stücke häufiger ausgespielt werden - und so mehr Popularität bekommen.

Für das Setzen des Labels verlangt Spotify keine Gebühr, allerdings müssen sich die Rechteinhaber bereiterklären, eine sogenannte "promotional recording royalty rate" zu bezahlen, eine Gebühr für Abspielungen, die aufgrund des geänderten Algorithmus zustande kommen. Aufrufe der beworbenen Titel aus anderen Teilen der App werden dagegen nicht berechnet, sondern wie bislang vergütet.

Nur in ausgewählten Bereichen

Zunächst soll der Promotion-Tarif nur in ausgewählten Bereichen der Spotify-App zur Anwendung kommen, darunter Spotify Radio und Autoplay. Die beworbenen Titel sollen demnach nicht auf anderen Playlisten erscheinen, weder algorithmisch noch redaktionell - obwohl Spotify eine Ausweitung auf diese Bereiche in Zukunft nicht ausschließt.

Spotify sieht das neue Werbemodell als eine Geste an kleine, wenig finanzstarke Künstler. "Techcrunch" zitiert Spotify-Produktmanager Charleton Lamb mit den Worten: "Wir haben nach einem Modell gesucht, das akzeptabel, demokratischer und fairer ist... Das Modell wird selbst wirklich kleinen Künstlern den Zugang zu Promotionen zu den gleichen Bedingungen wie die größten Labels ermöglichen."

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