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Audio-Nutzung Drei von zehn Deutschen hören Podcasts

Shutterstock/JuShoot
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Die Corona-Krise hat auch die Nutzung von Audio-Medien beeinflusst, allerdings nicht in allen Bereichen. Während sich an der Nutzung der normalen Radio-Programme nicht viel änderte, gewannen Audio-Podcasts deutlich hinzu. Auch Radio im Internet ist im Kommen.

Die Audio-MA (Media Analyse) ist einer der wichtigsten Gradmesser für die Popularität von Radiosendern und anderen Audio-Angeboten. Die jetzt veröffentlichten Zahlen der Audio-MA 2020 sind mit denen des Vorjahres aufgrund der Corona-Pandemie nur bedingt vergleichbar.

Der massive Einbruch der Radio-Werbeausgaben im Frühjahr 2020 bewog die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse (agma) dazu, die Datenerhebungen für das Herbst-Update abzubrechen und im Spätherbst zu wiederholen. Die Audio-MA 2020 basiert also auf Umfragen, die vor und nach der ersten Welle der Pandemie erfasst wurden.

Demnach hat sich am Radio-Nutzungsverhalten der Deutschen nicht viel geändert, während Podcasts und Streaming-Dienste deutlich zulegen konnten.

Spotify liefert keine Daten

Hatten 2019 noch 22,3 Prozent aller Befragten angegeben, schon mal einen Podcast gehört zu haben, waren es 2020 bereits 29,3 Prozent. Noch stärker ausgeprägt ist die Podcast-Nutzung in der werberelevanten Altersgruppe zwischen 14 und 49: Hier haben bereits über 40 Prozent Podcasts gehört. 

Bei der Nutzung von Streaming-Diensten bleibt die Audio-MA 2020 detaillierte Zahlen schuldig, weil Spotify keine Daten lieferte. Die Forscher gehen aber im Bereich "User-generated Radio / Medien-Streamingdienste gesamt" von einer Erhöhung der Tagesreichweite um über 27 Prozent aus.

Auch die Nutzung des digitalen Radioformats DAB+ nahm von 17,4 auf 20,4 Prozent zu, was einfach daran liegen dürfte, dass heute Radiogeräte ohne Digitalempfang kaum noch verkauft werden. Dies gilt auch und besonders für Autoradios - allerdings ging die Radionutzung im Auto pandemiebedingt deutlich zurück. 

Jeder Vierte hört Radio im Internet

Zudem liegt das von allen möglichen Stakeholdern gepushte DAB+-Radioformat, das dereinst die gute alte Ultrakurzwelle beerben soll, immer noch hinter einem anderen Radio-Verbreitungsweg: 25,8 Prozent aller Befragten hören Radio auch über das Internet.

Insgesamt blieb die Radionutzung in Deutschland im vergangenen Jahr stabil: Etwa drei Viertel der Bevölkerung hört nach wie vor klassisches Radio, die Verweildauer stieg leicht auf 259 Minuten pro Tag an, immerhin über drei Stunden. Zu den großen Gewinnern unter den klassischen Radioprogrammen zählen WDR2 und NDR2, während Bayern 3, die Dudelfunk-Welle des Bayerischen Rundfunks, einen Reichweitenverlust von 12,8 Prozent hinnehmen musste. 

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