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Mark-Wächter

Web 3 Mark Wächter, BVDW: "Das Metaverse ist keine Spinnerei"

Mark Wächter, interimistischer Vorsitzender des Ressorts Metaverse im BVDW

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Mark Wächter, interimistischer Vorsitzender des Ressorts Metaverse im BVDW

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"Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass sie das Metaverse als eigenen Markt betrachten müssen", sagt Mark Wächter vom BVDW. Er erklärt, warum der BVDW ein eigenes Ressort "Metaverse" gegründet hat und warum Facebook/Meta gerade jetzt auf den Zug aufspringt.

Mark Wächter, interimistischer Vorsitzender des Ressorts Metaverse im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und Mobile Strategy Consultant bei MWC.mobi, erklärt im Gespräch, woher die Renaissance des Metaverse-Konzepts kommt und warum sich Unternehmen gerade jetzt mit Web 3 und Metaverse beschäftigen sollten.

Herr Wächter, der BVDW hat im Februar dieses Jahres ein eigenes Ressort "Metaverse" gegründet. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Mark Wächter:
Um die Frage zu beantworten, muss man eigentlich 16 Jahre zurückgehen. Damals haben wir im BVDW die "Fokusgruppe Mobile" gegründet, weil wir glaubten, dass dem mobilen Internet eine große Zukunft bevorsteht. Heute ist das Smartphone - und damit das mobile Internet, das Medium, das alles bestimmt. Nun gibt es immer mehr Anzeichen, dass das Metaverse der Nachfolger des mobilen Internets werden könnte. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Fokusgruppe Mobile umzubenennen und gleichzeitig in ein Ressort zu transformieren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Fokusgruppe im BVDW und einem Ressort?

Wächter:
Ressorts befassen sich mit verbandsübergreifenden Themen, die jedes Mitglied betreffen, man hätte eigentlich also schon Mobile auf Ressort-Status heben müssen, das haben wir nun im Zuge der Umbenennung realisiert.

Womit beschäftigt sich das Ressort Metaverse im Wesentlichen?

Wächter:
Uns treibt die alles entscheidende Frage um, ob das Metaverse in der Lage ist, das Smartphone zu disruptieren. Und wenn dem so ist: Was heißt das für die heutigen Geschäftsmodelle, die auf das Smartphone fokussiert sind? Wir verstehen uns als Verband der digitalen Ökonomie und sehen uns daher in der Pflicht, die Unternehmen bei der Beantwortung dieser Fragen zu begleiten.

Zwei Kernthemen

Wie wird die Arbeit des Ressorts in der Praxis aussehen?

Wächter:
Es sind zwei Kernthemen, die wir mit entsprechenden Labs adressieren werden. Das eine ist "Technologie und Geschäftsmodelle". Darin werden wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Technologien das Smartphone ablösen werden und welche Folgen sich daraus für die digitale Wirtschaft ergeben. Hier spielen Stichworte wie "Virtual Reality", "Augmented Reality" oder "Mixed Reality" eine große Rolle. Alle wichtigen Hersteller haben dafür neue Hardware angekündigt. Darüber hinaus geht es in diesem Lab um Spezifikationen und Standards für immersive 3D-Realitäten sowie - Stichwort Geschäftsmodelle - um Themen wie NFT-Economy und Metaverse-Commerce. Die Themen sind so vielfältig, dass wir daraus zwei Labs formen werden.

Und womit beschäftigt sich der zweite Bereich?

Wächter:
Im zweiten Bereich, den wir durch ein drittes Lab abdecken, wird es um gesetzliche Rahmenbedingungen, Ethik und Sustainability gehen. Wir werden mit Brüssel und Berlin reden, was die gesetzliche Regulierung betrifft. Auch ethische Fragen werden sich ergeben, wenn Menschen permanent online sind und das Internet nicht mehr abschalten können. Und wenn Intel recht hat, dass wir eine Vertausendfachung der Rechenleistung brauchen, um das Metaverse zu betreiben, müssen wir uns natürlich auch mit den Auswirkungen auf das Klima und den Ressourcenverbrauch beschäftigen.

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