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Affiliate-Branche bewertet OVK-Zahlen

Affiliate-Branche bewertet OVK-Zahlen Prognose provoziert unterschiedliche Reaktionen

Nur um sieben Prozent soll Affiliate Marketing 2013 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr zulegen, das prognostiziert der OVK. Diese Prognose wird von Netzwerkbetreibern unterschiedlich bewertet.

Schon in den vergangenen Jahren attestierte der Online-Vermarkterkreis (OVK) dem Marktsegment Affiliate-Marketing ein geringeres Wachstum als den anderen ausgewiesenen Werbegattungen. Doch so deutlich wie in diesem Jahr fiel die Differenz selten aus: Gegenüber dem für 2013 prognostizierten Gesamtwachstum des Brutto-Werbevolumens um zwölf Prozent fällt das Wachstum im Partnerprogramm-Marketing mit sieben Prozent schmal aus - und um drei Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr.

Für Zanox-Pressesprecher Heiko Lammers spiegeln diese Zahlen nicht das reale Marktgeschehen wieder: "Rechnet man die veröffentlichten Umsätze der wichtigsten Player zusammen, dann kommt man gerade einmal auf die Hälfte des vom OVK zugrundegelegten Marktvolumens." Lammers kann nicht nachvollziehen, worauf sich die Nielsen-Zahlen gründen, auf denen die OVK-Prognosen beruhen. Außerdem passe das Wachstum von Zanox nicht zu der Prognose. Und schließich würden bei der gemeinsamen Ausweisung von Brutto-Listenpreisen im Display Advertising und Provisionsumsätzen im Affiliate Marketing "Äpfel mit Birnen verglichen". Im Gespräch mit der Redaktion stellte Lammers in Frage, ob man künftig bei der Erhebung der Marktzahlen des OVK-Reports weiter mitwirken wolle.

Auch Ulrich Bartholomäus, Deutschlandchef des Münchner Netzwerkbetreibers Affilinet, reklamiert für sein Unternehmen ein deutlich höheres Wachstum als die erwähnten sieben Prozent. Dennoch kann Bartholomäus die prognostizierten Zahlen nachvollziehen: "Der Markt ist schwierig geworden, vieles ist im Moment in Bewegung." Affilinet reagiert auf diese Entwicklung unter anderem mit erweiterten Vermarktungsangeboten im Bereich Display Advertising.

Nach Ansicht von Manuel Kester, Geschäftsführer von Belboon, ist es schwierig, eine Prognose für das laufende Jahr abzugeben: "Die Branche befindet sich derzeit in einem massiven Umbruch. Dennoch ist es so, dass ein Wachstum von sieben Prozent möglich ist, wenn neue Faktoren wie Programmatic Buying oder algorithmische Optimierung verstärkt Einzug in das Affiliate Marketing finden." Die daraus gewonnenen Daten müssten dann sinnvoll zur Generierung inkrementeller Umsätze genutzt werden.

Das Thema Programmatic Buying bewegt auch Marktführer Zanox. Auf der dmexco stellte der Berliner Netzwerkbetreiber ein Modell für das Real-Time Buying von Anzeigenplatzierungen in seinem Performance Network vor.

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