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dmexco 2015 Disruptive Business: Phrase oder Megatrend?

Disruptive Business - alles nur heiße Luft?

Fotolia.com/Nmedia

Disruptive Business - alles nur heiße Luft?

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Ständig werden neue Trends ausgemacht und wie die sprichwörtliche Sau durch's Dorf gejagt. Einer davon ist "Disruptive Business" - was ist dran an dem Buzzword? Das war Thema auf der dmexco.

"Disruptitve Business gab es schon bei den Neandertalen, als sie das Feuer erfunden haben", erklärt Agenturgründer  Michael Trautmann (thjnk) auf dem Panel "Disruptive Business, reinvent Marketing, create Value?" während der dmexco. Aber ein neuer Name lasse sich eben immer gut verkaufen. Auch Georg R. Rötzer (Samsung Electronics) bezeichnet den Begriff als Buzzword, allerdings erkennt er durchaus einige neue Entwicklungen.

So seien es früher Marken oder Händler gewesen, die neue Themen setzten, in der heutigen vernetzten Gesellschaft sei das zunehmend der Verbraucher selbst. Der Konsument werde dadurch selbst zu einem der wichtigsten Advertiser. In einer völlig durchmedialisierten Gesellschaft bewegt sich der Konsument in einer Welt des fortwährenden Content.

Goldfische konzentrieren sich länger als Menschen

Selbst ein Goldfisch habe eine längere Aufmerksamkeitsspanne als der heutige Mensch, stellt Trautmann fest. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit werde dadurch zu einer immer höheren Herausforderung. Agenturen lebten in dieser Welt in einem ständigen Gefühl der Überforderung - und in der Angst, dass es sie morgen nicht mehr gibt. Sie sollten daher gar nicht erst behaupten, alles zu können, rät der Agenturmann. Mut zur Lücke sei gefragt und Zusammenarbeit mit anderen Experten, "Collaboration". Agenturen sollten sich auf einzelne Bereiche konzentrieren und versuchen, die Besten in ihrer jeweiligen Disziplin zu sein. Und nicht zuletzt ist auch im Zeitalter von Big Data Kreativität gefragt: "Daten alleine reichen nicht. Wer langweiliges Zeug macht, langweilt die Konsumenten", so Trautmann.

Der Agenturchef der Zukunft wird weiblicher, jünger und digitaler sein, prognostiziert der Agenturchef von heute. In einem Team bestehend aus Digital Natives werde es eine sachorientiertere und mehr auf den Konsumenten bezogenene Arbeitsweise geben. Es komme mehr auf Neugierde und Anpassungsfähigkeit an; die Frage, wie lange jemand schon in einem Unternehmen arbeitet, werde hingegen immer unwichtiger.

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