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dmexco 2015 Digitale Revolution: "Die Betonung liegt auf Revolution"

Shutterstock.com/Rawpixel
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Warum Medienschaffende den Journalismus im digitalen Zeitalter neu definieren müssen und warum Zuhören die neue Verteidigung ist  - darum ging es auf dem "Morning Talk" am ersten Tag der dmexco.

"Media goes Digital. The Story behind a successful transformation" - wie können Medien die digitale Transformation meistern? Darüber sprach Moderator Wolfram Kons mit Thomas Ebeling (ProSiebenStat.1 Media) und Gabor Steingart (Handelsblatt publishing group) auf der dmexco.

Bei diesem Prozess gehe es nicht nur um Technologie und digitale Plattformen, sondern vor allem um ein verändertes Nutzerverhalten, stellte Steingart klar. "Bei der digitalen Revolution liegt die Betonung auf Revolution. Die Leute wollen mitreden und mitentscheiden". Heute würden Leser Medien nicht mehr nur konsumieren, sondern seien selbst ein Teil davon.

Journalisten müssten daher den Grundsatz verinnerlichen: "Unsere Leser sind nicht dümmer als unsere Redakteure." Von diesem Grundsatz ausgehend müssten Medienschaffende ein neues Geschäftsmodell aufbauen, das auf einer Partnerschaft mit den Lesern basiert, so Steingart weiter. Dazu gehörten beispielsweise auch Veranstaltungen, auf denen Leser mit Redakteuren diskutieren können. US-Player wie Buzzfeed und Co sieht der Journalist hingegen nicht als Bedrohung für den deutschen Markt. Dabei vertraut er auf die "Kraft unserer Marken und Journalisten" und auf das "Verwobensein mit unseren Lesern". Journalismus, das sei heute eine Community, in der Information ausgetauscht wird. Zuhören sei die beste Verteidigung.

Der Inhalt entscheidet, nicht das Medium

Als wichtigen Trend sieht Steingart, dass der Inhalt seine Darreichungsform verlässt. So sei es egal, ob Nachrichten nun auf der Zeitung, dem Tablet oder auf dem Kühlschrank dargestellt würden. Journalisten sollten sich dabei um ihre Kernaufgabe - den Content  - konzentrieren und technische Fragen anderen überlassen. "Mick Jagger ist es auch egal, ob seine Lieder auf LP oder MP3 gehört werden, er hat sich um geile Musik gekümmert".

Ebeling sieht indessen im Fokus auf unterschiedliche Lifestyle-Zielgruppen einen wichtigen Trend. Es gehe darum "Smarte Plattformen und smarte Channels" für unterschiedliche Nutzerbedürnisse bereitzustellen: "Für alle Gruppen von Konsumenten müssen wir wissen, welche Inhalte auf welchen Devices relevant sind."

Zwar werde insbesondere der Entertainment-Bereich von den großen US-Konzernen dominiert, weshalb man hier auch internationale Plattformen brauche, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig  gelte aber auch: "Wir kennen unseren lokalen Markt in der Tiefe besser als unsere globalen Konkurrenten." Der Zukunft des Fernsehens sieht Ebeling gelassen entgegen. Zwar habe jede Generation ihre eigenen Vorlieben, aber trotz Youtube und Co würden die meisten immer noch gerne lineares Fernsehen konsumieren. 

Zwei Tage lang präsentiert sich die Online-Marketing-Branche auf der dmexco. Die Highlights der Keynote: Günther H. Oettinger und Sir Martin Sorrell von WPP.

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