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Die Zukunft des E-Commerce

Die Zukunft des E-Commerce Ein Blick ins Jahr 2020

Wie sieht die Zukunft des E-Commerce aus? Über diese spannende Frage diskutierten die Teilnehmer des Work Lab "Innovation im E-Commerce Umfeld - ein Blick in das Jahr 2020" am ersten Tag der Dmexco. Joubin Rahimi, Geschäftsführer des E-Business-Dienstleisterss Bluetrade, präsentierte fünf Thesen über die Welt in acht Jahren.

Marie Futura wurde am 12.09.1996 geboren. Im Jahr 2020 wird die brünette Single-Frau mit den blauen Augen 24 Jahre alt sein, eine eigene Wohnung und ihren ersten Job haben. Am Beispiel eines Tages im Leben der fiktiven jungen Frau präsentierte Joubin Rahimi fünf Thesen, wie unser Alltag im Jahr 2020 aussehen wird.

These 1: Touch-Geräte sind veraltet.

Es ist 7:20 Uhr: "Marie wird am Montagmorgen in der richtigen Phase ihres Schlafrhythmus geweckt. Per Sprachsteuerung bittet sie um das Kochen eines Kaffees", so beginnt die Präsentation. Mensch und Maschine werden weiter verweben, meint Rahimi. Die Zukunft werde der Sprachsteuerung gehören.

These 2: Radio und TV in der heutigen Form sterben aus

Marie hört sich am Frühstückstisch ihre personalisierten Nachrichten an und lässt sich aktuelle Termine aus ihrem Terminkalender mitteilen. Ob Fernsehen tatsächlich aussterben wird bezweifeln viele Teilnehmer. Viele glauben, dass TV weiter existieren werde, aber eher im Hintergrund zur Unterhaltung, während Informationen eher über das Internet abgerufen werden.

These 3: Journalisten schreiben keine Artikel mehr

Eine eher unerfreuliche Aussicht für die Zunft der Schreiberlinge: In Zukunft würden Journalisten keine eigenen Artikel mehr schreiben, sondern nur noch Auftragsarbeiten erledigen: In ihrer Mittagspause bestellt Marie "zwei Kapitel aus einer wissenschaftlichen Abhandlung welche individuell für sie geschrieben sind", heißt es in der Präsentation. Einige Teilnehmer können sich sogar vorstellen, dass in Zukunft das Schreiben komplett von Maschinen übernommen wird. Die Maschine schreibt für die Suchmaschine. Schöne neue Welt. Ein Teilnehmer erzählt von Experimenten mit automatisierter Sportberichterstattung in den USA, dadurch ließen sich Artikel viel schneller erstellen. Ein anderer Teilnehmer meint dagegen, für gut geschriebene und seriöse Artikel bräuchte man auch in Zukunft Menschen.

These 4: Die moderne Küche ersetzt das Denken

Am Abend steigt Marie in ihr Auto und gibt ihre Einkaufsliste inklusive Speiseplan für die nächsten vier Tage via Voice-Message ab. Wenige Minuten später kann sie die Einkäufe am Drive-In-Schalter des Supermarkts ihrer Wahl abholen. Das Gerät könne auch prüfen welche Lebensmittel noch zu Hause sind und einplanen, wenn bei einem anstehenden Besuch beispielsweise ein Vegetarier dabei ist.

These 5: Pure Online Player sind nur noch in Nischen zu finden

Multichannel und Crosschannel werden überleben, Pure Online Player werden dagegen nur noch in Nischen vertreten sein. Diese These wird unter den Teilnehmern kontrovers diskutiert. Multichannel könne in Zukunft tatsächlich erfolgreicher sein, aber nur mit dem richtigen Konzept, glauben viele. Andere Teilnehmer verweisen darauf, dass Pure Player deutlich flexibler seien und schneller auf Trends reagieren können.

Erlebnisshopping wird wichtiger

Viele Teilnehmer sind überzeugt, dass die Bedeutung des Erlebnisshopping in Zukunft weiter steigen wird. Die meisten Shops würden von Männern gemacht, Frauen würden sich deshalb beim Einkauf nicht genügend angesprochen fühlen, bemängelt eine Teilnehmerin. Die Lösung könnten schön und emotional gestaltete Shops sein, die trotzdem funktional sind, lautet ein Vorschlag: So ließen sich die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern unter einen Hut bringen.

E-Commerce wird komplizierter und technischer. Aufgrund der hohen Kosten werden die Hürden für Shops weiter steigen, so das Fazit von Rahimi.

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