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Carsten Rauh

Microsoft-Suchmaschine Bing: "Trendthema ist Sprachsuche im Suchmaschinengeschäft"

Carsten Rauh, Microsoft Deutschland

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Carsten Rauh, Microsoft Deutschland

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Microsofts Suchmaschine Bing wird auch in diesem Jahr auf der dmexco vertreten sein. Welche Neuerungen es im Bereich Search gibt, erzählt Carsten Rauh von Microsoft.

Es ist wieder soweit, die dmexco steht kurz vor der Tür und die Digitalbranche macht sich auf den Weg nach Köln. Im Vorfeld der Messe haben wir mit Carsten Rauh, Director Search Advertising / Strategic Sales Germany bei Microsoft Deutschland, gesprochen. Er erzählt im Interview, was es bei Bing in diesem Jahr Neues gibt und wie man sich gegen Google behaupten will.

Mit welchen Neuerungen im Bereich Search ist bei Bing zu rechnen?
Carsten Rauh: Trendthema 2016 ist Conversation as a platform (CaaP) und der gesamte Bereich Sprachsteuerung, also auch Sprachsuche im Suchmaschinengeschäft. Für die Nutzer bedeutet CaaP-Technologie eine noch tiefere und genauere Suche, die seine Präferenzen besser erkennt und bedient. Marken nutzen CaaP, um ihren Kundenservice zu verbessern und ihren Nutzern konsistente und innovative Online-Shoppingerlebnisse anzubieten, die auch auf die Bekanntheit von Marken einzahlen. Stellen Sie sich CaaP als Chat Bot vor oder als intelligenten, digitalen Assistenten auf dem Smartphone - mit Cortana entwickeln wir hier eine wesentliche Zukunftstechnologie mit Hochdruck weiter.

Dabei können die digitalen Assistenten von heute schon längst mehr, als auf das gesprochene Wort zu reagieren - sie sind anhand verschiedenster verfügbaren Daten und Informationen in der Lage, die Absichten und Verhaltensweisen ihrer Nutzer einzuschätzen und ihnen so bei alltäglichen Entscheidungen zu helfen.

Sprachsteuerung und persönliche digitale Assistenten gehören für viele Nutzer inzwischen schon zur Normalität und so prognostiziert etwa ComScore für 2020, dass 50 Prozent aller Suchen sprachgesteuert sein werden. Ein weiterer wichtiger Schritt für uns im vergangenen Jahr waren die Bing Shopping Ads.

Was ist der Unterschied zwischen den Bing Shopping Ads und den Google Shopping Ads?
Rauh: Im Gegensatz zu anderen Suchmaschinen liefert Bing nicht nur Ergebnisse, sondern versucht zusätzliche Informationen aus dem Kontext anzubieten - bei der lokalen Suche etwa Sport, Nachrichten und Entertainment einzubeziehen. Durch neue Formate wie Native Ads, CaaP oder Voice Search wird sich die Suche in Zukunft stark verändern. Das stellt auch Marketer vor neue Herausforderungen.

Bing ist dazu in vielen Anwendungen verfügbar, von Cortana und der sprachgesteuerten Suche in der Xbox One, über die Suche in Windows 10 bis hin zur direkten Suche in Office. Inzwischen nutzen rund 19 Millionen Unique Searchers in Deutschland das Bing Network und stellen dabei im Monat rund 333 Millionen Suchanfragen. Diese Reichweite können sich Werbungtreibende zunutze machen.

Im asiatischen Raum ist der große Konkurrent Google weniger präsent. Ist aus diesem Grund der Markt attraktiver für Bing?
Rauh:
Momentan erleben wir durch den weltweiten Launch von Windows 10 auch auf Bing einen großen Schub. Unser Netzwerk und damit unseren Marktanteil auch im schnell wachsenden asiatischen Raum auszubauen, wird in den nächsten Monaten eine Aufgabe sein.

Bing gehört ja durch die Übernahme des Kerngeschäfts von Yahoo nun ebenfalls zu Verizon. Welche Veränderungen ergeben sich für Bing durch die Übernahme?
Rauh: Keine, denn Bing gehört nach wie vor zu Microsoft. Yahoo ist langjähriger Partner des Bing Network, und Verizon ist die Muttergesellschaft von AOL, einem weiteren Bing Network-Partner. Gegenwärtig bleibt unsere Suchmaschinenvereinbarung mit Yahoo unverändert.

Was steht auf der dmexco 2016 bei Ihnen im Fokus?
Rauh: Auf der diesjährigen dmexco wollen wir zeigen, dass wir eine starke und intelligente Plattform geschaffen haben, die auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet ist. Unser Verständnis von Suche geht über die Auflistung von Keywords und Links hinaus: Microsoft integrierte die Technologie seiner Suchmaschine nicht nur in die eigenen Services, wie zuletzt in unseren neuen Browser Edge, sondern auch in andere Technologie-Unternehmen: Beispielsweise nutzen Unternehmen wie Amazon, Apple, Twitter und Facebook Bing in ihren Produkten.

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