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Multiscreen und Bewegtbild auf der dmexco

Multiscreen und Bewegtbild auf der dmexco Ein Bildschirm ist nicht genug

Small Screen, Mid Screen, Big Screen: Die parallele Nutzung von TV und Online verändert die Werbelandschaft und den Medienumgang. Daher ist Multiscreen zusammen mit Bewegtbild eines der wichtigsten Themen auf der diesjährigen dmexco.

Multiscreen, Smart TV, Social TV und Second Screen: Für die neuen Bewegtbildangebote werden derzeit zahl­reiche medienwirksame Schlagwörter ­geprägt. Besonders bei den TV-Vermarktern steht alles rund ums Thema "Fernsehen trifft Internet - und das auf mehreren Bildschirmen" hoch im Kurs. Bei der Frage, ob der Großteil dieser ­Parallelnutzung auf TV-bezogene Inhalte oder eher auf allgemeine ­Kommunikationsmittel wie E-Mails, Chats, Skype oder soziale Netzwerke entfällt, gehen die Meinungen noch auseinander.

Unbestritten ist aber: Die Bedeutung von Multiscreen wächst - auch auf User-Seite. Laut der Studie Mediascope 2012 vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in Kooperation mit dem IAB ­Europe ist inzwischen fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) zumindest manchmal online, während er TV sieht. 2010 surfte noch nicht mal ein Fünftel der Deutschen parallel zum Fernsehen, was eine Zunahme in den letzten zwei Jahren um 250 Prozent bedeutet. Doch nicht nur für die Nutzer, auch für die Werbungtreibenden heißt es: viele Screens, viele Möglichkeiten. Wie diese aussehen und was der große Bewegtbild- und Multiscreen-Markt sonst noch alles zu bieten hat, ist auch Thema der diesjährigen dmexco.

Bewegte Bilder

Wer einen umfassenden Überblick zum Thema Multiscreen erhalten will, startet am besten gleich am ersten Messetag mit der gleichnamigen Guided Tour (Mittwoch, 12.30 Uhr) des BVDW (Halle 8 / A051 - 053). Alle Interessierten werden von Benedikt Schmitt-Homann, Senior Product Manager Display Advertising bei United Internet Media, über die Messe ­geführt. Im Dialog mit den Tour-Guides und Ausstellern sollen die Teilnehmer ­Informationen von Branchenexperten ­bekommen und die wichtigsten Hotspots zum Thema Multiscreen kennenlernen. 

Dass der neue Umgang mit den Medien im Marketing-Mix berücksichtigt werden muss, ist klar. Aber wie müssen die Budgets verteilt werden? Und wie digital muss TV-Werbung heute überhaupt sein? Diese Fragen diskutieren ebenfalls gleich am ersten Messetag Heiko Genzlinger (Yahoo), Walter Litterscheidt (Carat), Uwe Storch (Ferrero) und Thomas Wagner (Sevenone Media) in "Navigating convergent TV and Digital" (Mittwoch, 16.20 bis 16.50 Uhr, Debate Hall). Neben solchen Podiumsdebatten nutzt Yahoo (Halle 8 / B049 – C048) die dmexco auch, um den ersten Geburtstag von Yahoo Screen in Deutschland zu feiern. Auf der Messe präsentiert der Internet-Pionier neue Formate für sein junges Online-Video-Portal, ­darunter verschiedene "Yahoo Originals", die eigenproduzierten Bewegtbildformate des Konzerns. Werbungtreibenden will das Unternehmen zudem "Einblicke in die zahlreichen spannenden Möglichkeiten der Markenplatzierung und -inszenierung" geben, so Heiko Genzlinger, Geschäftsführer und Vice President Sales Yahoo Deutschland. "Unsere Bewegtbildplattform bietet unseren Kunden ein hochqualitatives Werbeumfeld mit exklusiven Formaten und einer kontinuierlich wachsenden Reichweite", verspricht er. 

Web TV und Smart TV

Auf den Zug "Internet TV" springt auch Sevenone Media auf (Halle 8 / D029 - E028). Auf der dmexco 2012 präsentierten die Münchner zum ersten Mal die Plattform My­video als Web-TV-Sender im Vermarkterportfolio. In diesem Jahr sollen laufende Werbekampagnen vorgestellt werden. Aktuell setzen beispielsweise Kunden wie Schöfferhofer oder Suzuki auf My­video. Für Schöfferhofer Weizen kreierten die Video-Experten ein Web-TV-Magazin mit Branded-Entertainment-Elementen. Autobauer Suzuki nutzt Myvideo mit ­einem eigenen Kanal und interaktiven ­Gewinnspielen. Neben dem Smartphone oder Desktop steht der immer noch ­größte Screen im Haus, der Fernseher, ganz oben auf der Messe-Liste der Münchner Vermarkter. Sevenone Media will auf der diesjährigen dmexco neue Apps für den Smart TV und Anwendungen für den Second Screen (Laptop, Tablet oder Smartphone als Zweitgerät neben dem Fernseher) vorstellen. Alle Fans von Bernd Stromberg alias Christoph Maria Herbst dürfen sich außerdem auf ein ganz besonderes Highlight freuen: Der neue Sevenone-Mitarbeiter wird am ersten Messetag am Vermarkterstand vorbeischauen.

Ran an die Bildschirme

Mit großen Plänen geht IP Deutschland an den Start (Halle 8 / B029 - C028). Das ­Motto des Vermarkters lautet "Moving people on every screen". Matthias Dang, Geschäftsführer IP Deutschland, will die Messe nutzen, um "Werbelösungen und neue Produkte zu präsentieren und zu ­zeigen, was wir unter einer Multidevice-Strategie verstehen und wie sich das für Werbungtreibende umsetzen lässt". Wie Unternehmen Zuschauer für Smart TV Ads begeistern können, diskutiert Paul Mudter, Geschäftsleiter Interactive bei IP Deutschland, in "Engaging Consumers with Multiscreen Advertising" (Mittwoch, 17.50 - 18.20 Uhr, Debate Hall).

Spannend im Zusammenhang mit Multiscreen und Bewegtbild dürfte auch das Seminar "Fourscreen – mit einer Buchung alle Screens erreichen" werden (Donnerstag, 11.00 - 11.45 Uhr, Seminar 6). Dirk Maurer, Bereichsleiter Portal- und Produktmanagement, und Jens Pöppelmann, Bereichsleiter Prozesse und Services (beide IP Deutschland), wollen Produkte präsentieren, die eine genaue Platzierung von Inhalten und Markenbotschaften kanalübergreifend ermöglichen. Auch die Auswirkungen auf die Werbewirkung soll aufgezeigt werden. 

Einen ähnlichen Ansatz fährt Ströer ­Digital (Halle 8 / B019 – C018). Die neu ­gegründete Online-Tochter des Out-of-Home-Vermarkters Ströer Media will zeigen, wie es sowohl Publishern als auch Advertisern gelingt, an jedem digitalen Touchpoint mit einem positiven Reichweiteneffekt präsent zu sein. Die Vorteile und Möglichkeiten der Video-Vermarktung sollen den Messe­besuchern an sogenannten Out-of-Home-Channels - den aus Bahnhöfen und Einkaufszentren bekannten Screens - veranschaulicht werden. 

Die Schlagwörter "Multiscreen ­Advertising" und "Multiscreen-Dialog" stehen bei United Internet Media (Halle 8 / B031 - C038) in diesem Jahr an erster ­Stelle. Darunter fallen etwa Targeting-Optionen, mit denen das endgeräteübergreifende Aussteuern in einzelnen Kontaktdosen möglich ist. Das Thema Multiscreen Targeting greift auch Specific Media auf (Halle 7 / F031). Über das neue Medienplanungs-Tool "Householding" will der Digital-Media-Spezialist alle Mitglieder eines Haushalts über alle Devices mit einer Werbebotschaft erreichen.

Zukunftsvisionen

Um Werbung auf Internet-fähigen Fernsehern, vor allem auf Smart TVs, kümmert sich Smartclip (Halle 8 / C041 - D040). Bereits seit 2012 arbeitet der ­Digital-TV-Vermarkter mit LG Electronics zusammen. In Kooperation mit dem TV-Gerätehersteller wollen die Video-Experten auf der Messe zeigen, wie sich die Smart-TV-Kooperation zur Vermarktung von Bewegtbildwerbung entwickelt und welche Werbemöglichkeiten LG für Werbungtreibende bietet. Dazu gibt es praktische Einblicke: Smartclip erklärt, wie digitale Bewegtbildwerbung auf die Smart TVs kommt und präsentiert den Musikerkennungs-Service "Shazam", der als "Shazam für TV" ebenfalls Möglichkeiten für interaktive Anzeigen bietet.

Visionär zeigt sich Microsoft ­Advertising (Halle 8 / C51 – D-50) auf der Dmexco 2013. Unter dem Motto "The Future of Brand Communication" erklärt der Vermarkter, wie die Zukunft der Werbung des Microsoft-Universums aussehen soll - von Windows 8 über MSN, Xbox und Kinect bis hin zu Skype und Bing. "Wir machen erlebbar, wie Werbungtreibende in Zukunft ihre Marken über mehrere Bildschirme hinweg digital inszenieren können", kündigt Markus Frank, Director Advertising und Online bei Microsoft, an. Für Frank lautet die Stand-Botschaft: "Wir bieten die Zukunft von Multiscreen zum Anfassen." Neben dem Blick in die Glaskugel gibt es neue Devices zu sehen sowie internationale Case Studies. Wie Konsumenten die Multiscreen-Optionen rund um Windows 8 heute ­sehen und nutzen, präsentiert Markus Frank am zweiten Messetag zusammen mit der Design-Anthropologin und Psychologin Anna Kirah aus Norwegen. Für die Studie wurden ausgewählte Berliner Familien im August dieses Jahres mit ­Microsoft-Multiscreen-Endgeräten ausgestattet und ihr Mediennutzungsverhalten analysiert. Die Ergebnisse stellen die beiden in "How does apps and touch screen devices effect consumer expectations to online content and importantly the advertising within it?" vor (Donnerstag, 11.00 Uhr, Seminarraum 3).

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